Umgehung für Elmenhorst: Entweder ganz oder gar nicht

Die geplante, 4,7 Kilometer lange Umgehung (schwarze Linie) soll südlich von Elmenhorst über den Acker verlaufen und beim Golfplatz wieder in die Landesstraße 12 münden. NNN
Die geplante, 4,7 Kilometer lange Umgehung (schwarze Linie) soll südlich von Elmenhorst über den Acker verlaufen und beim Golfplatz wieder in die Landesstraße 12 münden. NNN

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21. September 2012, 07:30 Uhr

Elmenhorst/Lichtenha-gen-Dorf | Die gut 60 Zuhörer waren Donnerstagabend umsonst ins Elmenhorster Gemeindezentrum gekommen. Denn es gab dort keine Neuigkeiten zur geplanten Umgehungsstraße, wie die Einladung zur Gemeindevertretersitzung hatte vermuten lassen. Die Kommunalpolitiker fassten keinen Beschluss, diskutierten nicht einmal über die Problematik.

Bürger protestieren lautstark

Unter dem lautstarken Protest der Bürger wurde der Punkt - wie schon bei der vergangenen Sitzung - gleich zu Beginn auf Antrag der CDU-Fraktion und mit mehrheitlicher Zustimmung von der Tagesordnung genommen. Das Auditorium sah es dagegen wie Siegfried Krüger (SPD), der forderte, "endlich die Eierei zu beenden und deutlich Position zu beziehen", doch damit bei der Abstimmung scheiterte.

Die geplante, 4,7 Kilometer lange Umgehung, die südlich von Elmenhorst verlaufen und die Gemeinde von Verkehrs-, Lärm- und Abgasbelastung erleichtern soll, erhitzt schon lange die Gemüter. Derzeit läuft beim Verkehrsministerium Schwerin ein Planfeststellungsverfahren. Die entsprechenden Unterlagen dazu kamen vom Straßenbauamt Güstrow.

"Wir sind im Planfeststellungsverfahren gerade dabei, die Hinweise und Einwendungen, die zahlreich eingegangen sind, zu bearbeiten", sagt Amtsleiter Ronald Normann. Für ihn sei an dieser Stelle des Verfahrens eine Entscheidung der Gemeinde, ob sie die Umgehung überhaupt will, dringend notwendig. "Denn die Gemeinde hat vor Jahren den ersten Überlegungen aus dem so genannten Linienbestimmungsverfahren zugestimmt. Der Korridor für die Umgehung findet sich auch in den Bebauungs- und Flächennutzungsplänen", so Normann.

Doch im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hätte die Gemeinde plötzlich geäußert, dass sie die Umgehung nicht will. "Deshalb die Forderung, sich zu positionieren. Denn wir bauen nicht gegen den Willen der Mehrheit und den Widerstand der Bevölkerung", sagt der Leiter des Straßenbauamtes Güstrow. Immerhin würden für die Elmenhorster Ortsumgehung gut 6,4 Millionen Euro an Kosten anfallen.

Harbrecht: Entlastung für beide Orte

Bürgermeister Horst Harbrecht (CDU) stimmte Donnerstag auch dafür, die Umgehung von der Tagesordnung zu nehmen. Denn für ihn gibt es nur ganz oder gar nicht. "Die Frage ist doch, wieso man uns jetzt zu einem Beschluss zwingen will - denn vor der Planung wurden wir nicht einbezogen", so Harbrecht. "Das Verfahren läuft ja, deshalb verlangen wir, dass es ordnungsgemäß zu Ende geführt wird und wir und die Bürger zu unseren Hinweisen und Einwänden Bescheid bekommen."

Harbrecht stellt klar, dass für ihn die Umgehung nur mit Beteiligung von Lichtenhagen-Dorf und einem Anschluss an die Rostocker Stadtautobahn Sinn mache. "Wir wissen, dass das Amt in Güstrow und das Ministerium dafür nicht zuständig sind, sondern der Kreis und die Hansestadt", sagt er. "Aber wir wollen, dass auf dieser Ebene Absprachen getroffen oder Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden, wie eine Umgehung für beide Gemeinden mit dem Anschluss realisiert werden kann." Diesen Weg müsse man sich offenhalten - und das sei der Grund, warum er sich jetzt nicht pro oder contra Umgehung positionieren wolle, so Harbrecht.

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