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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 07:55 Uhr

Umbaupläne für Hotel von der Gemeinde gestoppt

vom

svz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 07:05 Uhr

Graal-Müritz | Der Blick aufs Meer ist unverbaut, die Seebrücke direkt vor der Tür: Das Hotel Ostseewoge in Graal-Müritz hat eigentlich eine Top-Lage, wirbt im Internet auch damit, "ganz vorn" und nur 50 Meter vom weißsandigen Strand entfernt zu liegen. Dennoch hat der Besitzer eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt, um sämtliche Zimmer erst zu Ferienwohnungen und später zu Eigentumswohungen zu machen.

Die Gemeindevertretung des Ostseeheilbades will das verhindern und hat am Donnerstag deshalb eine Satzung beschlossen, die den Erhalt der Zimmer für den Fremdenverkehr sichern soll. "Der Antrag war für uns Anlass, über Sicherungsmaßnahmen nachzudenken", sagte Bürgermeister Frank Giese (parteilos). Der Paragraf 22 des Baugesetzbuches regle die Sicherung von Gebieten mit Fremdenverkehrsfunktion. Demnach muss für ein Vorhaben der Wohnbebauung die Genehmigung der Gemeinde eingeholt werden. Die könne dann durch die Gemeinde aber auch versagt werden - was, so der Tenor, im betreffenden Fall im Interesse des Ortes läge. "Wir wollen einfach verhindern, dass aus einem Hotel eine Ferienwohnanlage mit neun Monaten geschlossener Jalousie wird", so Giese. Die Entscheidungsgewalt läge zwar dennoch beim Kreis, aber die Gemeinde müsse das Einvernehmen zum Vorhaben erteilen.

Das Graal-Müritzer Gremium sprach sich dafür aus, die Satzung, wie sie jetzt für den Bereich des Seebrückenvorplatzes beschlossen wurde, auch auf andere Ortsteile auszuweiten, um diese für den Fremdenverkehr zu erhalten.

"Es ist eine Katastrophe und auch ein Image-Verlust für unseren ganzen Ort, wenn ein Hotel in bester Lage die Zimmer aufgeben will", sagte Gemeindevertreter Wolf-Detlef Schulz (SPD). Er erinnerte auch an die Zeit, als das Hotel errichtet "und widerrechtlich eine Etage zu hoch gebaut wurde". Damals hätte es nach der Missachtung der Firsthöhen die Auflage gegeben, "die Etage als Lager zu nutzen. Aber wenn man da im Sommer langgeht, brennt da überall Licht", so Schulz. Er bat, die Einhaltung dieser Auflagen noch einmal zu überprüfen.

Über die Gründe des Hotel-Betreibers für die Umwandlung der Zimmer wurde auch der Gemeindevertretersitzung nichts bekannt. Auch auf Nachfrage unserer Zeitung war gestern niemand erreichbar.

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