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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. August 2017 | 02:24 Uhr

Rostock : Uecker kehrt an den Ursprung zurück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ausstellung „Der geschundene Mensch“ in der Kunsthalle widmet sich den Ausschreitungen von 1992

In der Kunsthalle wird heute die Ausstellung „Der geschundene Mensch“ von Günther Uecker eröffnet. Die 14 gezeigten Objekte waren als Reaktion auf die fremdenfeindlichen Ereignisse entstanden, die sich 1992 in Lichtenhagen, aber auch bundesweit in dieser Zeit abspielten, wie Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann gestern sagte. Es werde klargemacht, wie die Verletzungen verursacht werden und welche Spuren sie hinterlassen: „Leider ist die Ausstellung immer noch hoch aktuell.“

Seit seiner Entstehung ist dieses Uecker-Werk schon in mehr als 40 Ländern gezeigt worden, zuletzt waren die Werke auf Kuba zu sehen. Für den inzwischen 86-jährigen Uecker sei es wichtig gewesen, mit diesen Arbeiten in die Stadt zurückzukommen, in der die Ideen dazu entstanden sind. Wie Neumann sagte, ist es sein Ziel, dass die Werke in die Sammlung der Hansestadt Rostock aufgenommen werden. Uecker ist vor allem durch seine Nagelwerke bekannt geworden. Neben den alten Arbeiten werden in einem „White Cube“ genannten Nebenraum neue Werke des Künstlers zu sehen sein. Dazu gehört die erstmalig präsentierte „Geißelmühle“. Die gegenüberliegende, acht Meter hohe Wand soll „Verletzungsworte“ zeigen.

Zur Ausstellungseröffnung werden 10 000 Sonnenblumen Straßen und Plätze in ganz Rostock erblühen lassen. „Damit soll der Wandel dokumentiert werden, den Rostock seit den Ausschreitungen durchlaufen hat“, sagte Neumann. Es sei ein wichtiges Zeichen nach außen, dass sich so viele Rostocker an der Aktion beteiligen.

Der Künstler:
Günther Uecker startete am 13. März 1930 im mecklenburgischen Wendorf ins Leben. 1949 begann er ein Studium der Malerei in Wismar. Es folgten Stationen an der Kunstschule in Berlin-Weißensee sowie ab 1955 bei Otto Pankok an der Kunstakademie in Düsseldorf. Dort übernahm er 1974 eine Stelle als Lehrer. Bereits Ende der 50er-Jahre schuf Uecker seine ersten Nagelbilder, später übernagelte er beispielsweise auch Musikinstrumente, Möbel und Haushaltsgegenstände. Sein Gesamtwerk umfasst disziplinübergreifend Malerei, Objektkunst, Installationen, aber auch Bühnenbilder und Filme. Zudem widmet er sich Lichtmedien, optischen Phänomenen, Strukturreihungen und Schwingungsbereichen.
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