Strukturreform der Bundeswehr : Übungsplatz Lübtheen schließt Ende 2014

Truppenübungsplatz Lübtheen schließt 2014 seine Pforten. dpa
Truppenübungsplatz Lübtheen schließt 2014 seine Pforten. dpa

Die Bundeswehr wird im Zuge ihrer Strukturreform den größten Truppenübungsplatz Mecklenburgs in Lübtheen Ende 2014 schließen. Damit verliert die Region zehn militärische und 50 zivile Dienstposten.

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12. Juni 2012, 08:51 Uhr

Schwerin | Die Bundeswehr wird im Zuge ihrer Strukturreform den größten Truppenübungsplatz Mecklenburgs in Lübtheen Ende 2014 schließen. Den Zeitpunkt gab das Bundesverteidigungsministerium gestern in Berlin bekannt. Damit verliert die Region zehn militärische und 50 zivile Dienstposten.

Ute Lindenau (SPD), Bürgermeisterin der 4500 Einwohner zählenden Stadt Lübtheen, bezeichnete die Entscheidung als "herben Schlag". Sie rechnet mit erheblichen Einnahmeverlusten, die durch den Wegzug der zivilen Mitarbeiter entstehen würden. Außerdem hätten wochenlange Übungen mit mehr als 1000 Soldaten und deren Versorgung Geld in die Kassen der regionalen Wirtschaft gespühlt, das künftig fehlen wird. "Wir rechnen mithilfe vom Land und vom Bund", sagte die Bürgermeisterin. Was aus dem 6000 Hektar großen Areal wird, sei derzeit noch offen. Seit 76 Jahren gibt es den Truppenübungsplatz Lübtheen.

Mecklenburg-Vorpommern verliert im Zuge der Bundeswehrreform drei Standorte und mehr als 3000 Dienstposten, behält aber weiterhin eine im Vergleich mit anderen Bundesländern hohe Militärdichte. Neben Lübtheen soll auch der Flugplatz in Trollenhagen Ende 2014 geschlossen werden. Peter Enthaler, Bürgermeister von Trollenhagen, hofft, dass der private Flugbetrieb auch bei Abzug der Armee aufrecht erhalten werden kann. "Neben dem Flugplatz ist für vier Millionen Euro ein Gewerbegebiet entstanden, das mit dem Flugbetrieb beworben wird", sagte Enthaler. Wenn durch die Entscheidung der Bundeswehr der private Flugplatz aufgeben muss und Investoren wegbleiben, seien Fördergelder im siebenstelligen Bereich in den Sand gesetzt worden. Bereits vor wenigen Tagen hatte der Landrat der Mecklenburgischen Seenplatte, Heiko Kärger (CDU), von einer möglichen Schließung 2014 gesprochen.

Die Fliegerhorst-Kaserne in Trollenhagen, in der ursprünglich 480 Soldaten der Instandsetzungsgruppe und des Kraftfahrer-Ausbildungszentrums untergebracht waren, schließt dagegen erst 2019.

Ein Jahr früher macht der dritte Standort in Mecklenburg-Vorpommern dicht. Im Materialdepot Müritz/Betriebsteil Rechlin waren 57 Zivilangestellte und 15 Soldaten beschäftigt. Weitere drastische Stellenstreichungen wird es in der Marineschule Parow sowie in Neubrandenburg geben. An beiden Standorten sollen jeweils etwa 600 Dienstposten wegfallen. In Neubrandenburg wird die Fünfeichenkaserne Ende 2016 geschlossen, die Tollense-Kaserne bleibt.

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