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Unwetter trifft Ostseeküste : Überflutete Straßen behindern Verkehr

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Die Gewitterfront hat Mecklenburg-Vorpommern erreicht: Heftige Regenfälle führen an der Ostseeküste zu Überschwemmungen. Straßen sind überflutet, Keller werden ausgepumpt.

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2014 | 10:11 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommerns Ostseeküste hat es nach starken Regenfällen am Mittwochmorgen in mehreren Städten Überschwemmungen gegeben. „Teilweise steht das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch“, sagte eine Sprecherin der Polizei Rostock am Vormittag. Feuerwehrleute und Polizisten rückten zu Einsätzen aus.

Kurz nach 8.00 Uhr zogen über dem Morgenhimmel Rostocks schwarze Wolken auf, in den Büros mussten die Lichter angeknipst werden. Kurze Zeit später prasselte der Regen herab. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes, der eine „markante Gewitterwarnung“ herausgegeben hatte, fielen in kurzer Zeit 20 Liter pro Quadratmeter.

Diese Menge reichte, um Hauptverkehrsstraßen in Rostock etwa in der Nähe des Hauptbahnhofs oder die wichtige Hamburger Straße unter Wasser zu setzen. Davon betroffen waren auch die Straßenbahnen. Am zentral gelegenen Goetheplatz fuhr bis zur Mittagszeit keine Bahn, am Holbeinplatz blieb eine Bahn liegen und musste weggeschleppt werden.

Da sich gleichzeitig der Autoverkehr staute, kamen viele Menschen zu spät zur Arbeit. Manchen Autofahrern war der Stress ins Gesicht geschrieben, einige Fahrzeuge kamen mit den Wassermassen nicht zurecht und blieben liegen. Wetterbedingte Unfälle gab es aber nicht.

Der Bahnverkehr im Osten war durch das Unwetter ebenfalls eingeschränkt. Die Fernverkehrsstrecken Hannover-Berlin und Hamburg-Berlin sind seit Mittwochmittag wegen umgestürzter Bäume unterbrochen, wie die Bahn in Berlin mitteilte. Die Zügen werden umgeleitet, Fahrgäste müssten mit längeren Fahrzeiten rechnen.

Auch in Bad Doberan war die Lage nach Angaben laut der Kreisverwaltung im gesamten Stadtgebiet „sehr angespannt“. Gullis quollen über; Einsatzkräfte versuchten, die Überschwemmungen einzudämmen.

In Greifswald schlug ein Blitz in ein Haus ein. Der Brand konnte aber schnell gelöscht werden, wie ein Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald sagte. Feuerwehren mussten in der Kreisstadt zudem zwei umgestürzte Bäume von den Straßen räumen. Zwei Straßen wurden durch die Regengüsse überflutet. Im Ort Behrenhoff stand ein Schulhof unter Wasser.

Auch im Kreis Vorpommern-Rügen stürzten Bäume auf Straßen, die Feuerwehr pumpte überflutete Keller aus. Nach Angaben der Polizei fuhr ein Auto auf der A20 in die Leitplanke. Ursache war offenbar zu hohe Geschwindigkeit auf der regennassen Straße.

Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia fielen im Bereich Süderholz (Vorpommern-Rügen) innerhalb einer Stunde 28,5 Liter Regen, in Groß Kiesow (Vorpommern-Greifswald) 26,3 Liter. „Bei einem Monatsdurchschnitt von 50 bis 100 Liter Regen kann man sagen, dass in einer Stunde ein Viertel bis die Hälfte der durchschnittlichen Regenmenge niedergegangen ist“, sagte Meteorologe Uwe Ulbrich.

In der Landeshauptstadt Schwerin blitzte und regnete es zwar auch, zu Unfällen oder Verkehrsbehinderungen kam es jedoch nicht. In Wismar stand Wasser auf den Straßen. „Das haben wir aber unter Kontrolle“, sagte ein Polizeisprecher.

Für den Nachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst vor weiteren schweren Gewittern mit Sturmböen, Starkregen und Hagel in den Kreisen Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen. In den nächsten Tagen folge dann ein Wetterumschwung: Von Nordwesten her setze sich wetterberuhigende kalte Luft durch. Im Nordosten bleibe es indes zunächst bewölkt mit einzelnen Schauern.

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