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Überfall auf Spielothek dank DNA-Kartei aufgeklärt

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erstellt am 02.Mär.2012 | 09:54 Uhr

Rostock | Diesmal kam den Ermittlern Komissar Zufall zu Hilfe - und der aufmerksame Kriminalobermeister Thomas P. Der hatte nach dem Überfall auf eine Spielothek in der Grubenstraße eine leicht flüssige Substanz sichergestellt. Jahrelang konnte die Tat nach diesem Märzmorgen 2007 nicht aufgeklärt werden. Aber die Ermittler landeten einen Treffer, als der Rostocker Nico K. (29) wegen einer anderen Straftat ins Gefängnis musste. Dank einer DNA-Kartei fanden sie heraus: Die Flüssigkeit, die der Kriminalobermeister im "Playhouse" sichergestellt hatte, war Blut von Nico K.

Seit gestern nun muss sich der Mann wegen des Überfalls vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Mit zwei bisher unbekannten Komplizen soll er die Spielothek überfallen, Automaten zerschlagen und 10 000 Euro geraubt haben. Dabei war er mit einer Pistole bewaffnet. Nico K. legte zum Prozessauftakt ein Geständnis ab. Laut Vorsitzendem Richter ergaben biologische und histologische Ermittlungen eindeutig, dass das Blut von der Rückseite einer Registrierkasse Nico K. gehörte. Nach einer Absprache aller Gerichtsbeteiligten hat er eine Haftstrafe zwischen sechs und sieben Jahren zu erwarten.

Michael Sch. (56), Angestellter in der Spielothek, schilderte gestern den genauen Hergang des Geschehens. Drei Männer seien gegen 1 Uhr in die Spielothek gekommen. Zwei gingen zur Toilette in der oberen Etage und verstopften die Becken mit Papierrollen. "Die Toilette ist verstopft, teilten sie mir mit. Und ich ging zur Kontrolle nach oben", berichtete er. Gegen 2 Uhr hätten sie die Halle verlassen. "Ich wollte Feierabend machen, da kamen zwei Vermummte rein", berichtete er. "Ich bekam einen Fußtritt an den Kopf, ging zu Boden. Dann setzte mir einer der Männer seinen Fuß in den Nacken und drückte mich nieder." Er hätte es klingeln und knacken gehört. Die Automaten wurden geöffnet und alles zerschlagen. "Sie sprachen russisches Kauderwelsch. Es waren aber Deutsche. Ich musste darüber später lachen, weil ich Russisch verstehe." Michael Sch. war sich auch noch nach fünf Jahren sicher, dass die drei Gäste die Täter waren. Einen erkannte er sogar auf Fotos wieder, die gestern im Prozess vorgelegt wurden. Der mutmaßliche Mittäter vo Nico K. war ebenfalls als Zeuge geladen. Er nahm aber sein Aussageverweigerungsrecht in Anspruch, weil er befürchten musste, sich bei wahrheitsgemäßen Angaben selbst zu belasten.

Auch Nico K. schwieg gestern zu der Frage, wer seine Komplizen waren. Sein Geständnis bezog sich allein auf seinen eigenen Tatbeitrag. Er sei zunächst draußen geblieben, habe dann aber die Automaten geöffnet und auch die Kasse, um das Geld herauszunehmen. Das Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.

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