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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 09:07 Uhr

Warnemünde : Turmuhr läutet den Winter ein

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Heute wird die Warnemünder Kirchenuhr umgestellt. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 08:00 Uhr

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag werden wieder alle Uhren auf die Winterzeit zurückgestellt. Auch die Turmuhr der Kirche in Warnemünde läutet eine Stunde später zum Gottesdienst. „Ich werde die Uhr am Sonnabend gegen 22 Uhr stellen. Dazu wird das Schlagwerk ausgestellt und festgebunden. Mit einer Kurbel drehe ich die Uhr dann so lange, bis ich bei der Winterzeit angelangt bin“, erklärt Pastor Harry Moritz.

Die 106 Jahre alte Uhr hat für die Warnemünder einen historischen, aber auch praktischen Wert. „Viele orientieren sich an der Uhr und wenn sie mal eine Minute vor- oder nachgeht, so merken die Einwohner das sofort“, erzählt Moritz. Das sie mal etwas ungenau läuft kommt selten vor, denn eigentlich handelt es sich bei der 1911 erbauten Uhr um einen sehr zuverlässiges Zeitmesser. Das ist auch der jahrelangen Pflege unter anderem durch den einstigen Warnemünder Uhrenmacher Otto Ewert zu verdanken. Anlässlich des 100. Jubiläums der Turmuhr verfasste Ewert eine Art Festschrift. Darin beschrieb er sie als eine äußerst stabile, kräftige, vielseitige und technisch ausgereifte Turmuhr.

Erbaut wurde sie von der Firma Korfhage und Söhne in Buer Niedersachsen, die noch heute existiert. Die Uhr ist ausgestattet mit einem Geh- und Schlagwerk, die durch jeweils ein 10 Kilogramm schweres Gewicht aus Gusseisen angetrieben wird. Das Aufziehen der Gewichte geschieht alle 24 Stunden mechanisch. Ein Elektromotor löst dazu Kontakte aus. „Ich habe erst einmal in meiner gesamten Zeit als Warnemünder Pastor erlebt, dass eine Sicherung rausgesprungen ist und die Uhr stillstand“, berichtet Harry Moritz.

Die Uhr gehört zur Kirche und ist ein wesentlicher Bestandteil des Gotteshauses. „Wir hatten schon Angebote von Leuten, die die Uhr kaufen und uns dafür eine digitale einsetzen wollten aber das kommt gar nicht infrage“, versichert der Pastor.

Die Uhr befindet sich in einem kleinen abgesicherten Raum im Turm der Kirche. „In der Regel können Besucher nur zum Tag des offenen Denkmals einen Blick auf die Turmuhr werfen. Dafür wurde neben der Treppe eine Barriere gebaut, hinter der die Leute gut gesichert in den Raum mit der Uhr schauen können“, erklärt Moritz. Dass die Uhr eine Anziehungskraft auf die Menschen hat, beweist die jährliche Besucherzahl von 100  000, die sich nur für die Turmuhr interessieren, die meisten davon sind Kreuzfahrer.

Nach dem Tod von Otto Ewert hat die Wartung der Uhr und der Glocken eine Firma aus Grimmen übernommen. „Die Glocken laufen separat und die wichtigsten Zeiten sind einprogrammiert“, erzählt Pastor Moritz.

Neben der Uhrumstellung am Sonnabend begrüßt die Warnemünder Kirche ihre Gäste zur Langen Nacht der Museen um 20 und um 21 Uhr mit Orgelmusik zum Abend.

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