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25. September 2017 | 15:34 Uhr

Saison ist zu Ende : Trübe Aussichten für Warnemünde

vom

„Sonntags geschlossen" - das muss ab diesem ersten Novemberwochenende an den Ladentüren im Seebad Warnemünde stehen. Das Verkaufsverbot für Einzelhändler besteht wieder vom 31. Oktober bis zum letzten Märzwochenende 2012.

svz.de von
erstellt am 06.Nov.2011 | 10:10 Uhr

Warnemünde | "Sonntags geschlossen" - das muss ab diesem ersten Novemberwochenende an den Ladentüren im Seebad Warnemünde stehen. Das Verkaufsverbot für Einzelhändler besteht wieder vom 31. Oktober bis zum letzten Märzwochenende 2012. Grund ist die im Sommer 2010 veränderte Bäderregelung, die über die Verkaufsordnungen in den Seebädern bestimmt.

Den Einheimischen und Touristen bleiben an den kommenden Sonntagen bei ihren Spaziergängen nur die Bäckereien, Restaurants und Souvenierläden. So war der Maritim Shop im Teepott gestern eines der wenigen Geschäfte, in die Tagestouristen wie Familie Schultz schlendern konnten.

Ausnahme gilt für den 27. November

Auch Familie Hartmann aus Stralsund war enttäuscht: "Wir sind extra gekommen, um uns eine Ausstellung von einem Maler anzusehen, und bestimmt hätten wir auch ein Gemälde gekauft", sagt Kira Hartmann. Sonnabends werde es die Familie wohl nicht schaffen, ins Seebad zu kommen.

"Durch die geschlossenen Sonntage verlieren die Einzelhändler etwa 20 Prozent des Umsatzes. Die Regelung ist existenzgefährdend", erklärt Burkhard Rohde vom Handelsverband Ostseeküste. Ein kleiner Trost bleibt Händlern und Besuchern: An vier Sonntagen ist es den Geschäften erlaubt zu öffnen, wenn im Vordergrund ein besonderer Anlass steht, wie zum Beispiel das Wintervergnügen im Februar. "Die Attraktivität eines Seebades wird durch offene Läden am Sonntag gesteigert, gerade in der kalten Jahreszeit ist das wichtig", sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. Die Tourismuszentrale werde die Einzelhändler deshalb unterstützen und mit kreativen Ideen dazu beitragen, so einen besonderen Anlass zu schaffen. Der nächste Anlass für einen Ladenbummel wird der letzte Sonntag dieses Monats sein, der 27. November.

Um die Bäderregelung tobt seit Langem ein auch juristisch geführter Streit. Vor allem die Kirchen befürchten, dass der Sonntag zum normalen Verkaufstag wird und seinen Charakter als Tag der Ruhe und der Begegnung verliere. Die bis 2010 bestehende Regelung hatte das Oberverwaltungsgericht Greifswald nach einer gemeinsamen Klage der katholischen und der evangelischen Kirche außer Kraft gesetzt. Händler in Warnemünde schauen jetzt gespannt nach Schleswig-Holstein. Denn auch dort gibt es Verhandlungen um die Bäderregelung. Und im Nachbar-Bundesland wird den Einzelhändlern gestattet, an mehr Sonn- und Feiertagen zu öffnen als hierzulande. "Es besteht die Hoffnung, dass sich nach der Entscheidung in Schleswig-Holstein die Situation in den Badeorten unseres Landes verbessert", sagt Rohde vom Handelsverband Ostseeküste.

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