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Norddeutsche Neueste Nachrichten

26. September 2017 | 00:33 Uhr

Forschung : Traum vom optimierten Stent

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bundestagsabgeordneter besucht das Labor für Strömungstechnik im IIB. Mit mathematischen Modellen Verwirbelungen errechnen. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die Grundlagen zukünftiger Herzklappen und Gefäßstützen – auch Stents genannt – werden im Labor für Biofluidmechanik des Instituts für Implantat-Technologie und Biomaterialien (IIB) in Warnemünde gelegt.

Um sich einen Einblick in das spannende Forschungsfeld zu verschaffen, besuchte jetzt der Bundestagsabgeordneter Peter Stein (CDU) das Labor für Biofluidmechanik, was übersetzt Strömungsmechanik heißt. „Derzeit werden Stents hinsichtlich ihrer Stabilität und Festigkeit ausgelegt“, erklärt Dr. Michael Stiehm, Leiter der Arbeitsgruppe Strömungsmechanik. „Die äußerst filigranen Gefäßstützen führen jedoch zu mikroskopischen Verwirbelungen des Blutes, das kann im schlimmsten Fall zu Blutgerinseln führen“, sagt der promovierte Ingenieur. Deshalb träumen wir von einem strömungstechnisch optimierten Stent“, sagt er. Institutsgründer und Vorsitzender des IIB, Prof. Klaus-Peter Schmitz, spricht in dem Zusammenhang von „einer Renaissance der Strömungstechnik“.


330 000 Stents im Jahr


Auch wegen der Brisanz des Themas und der gesellschaftlichen Relevanz hatte sich Bundestagsabgeordneter Peter Stein für den Besuch entschieden. Allein in Deutschland werden pro Jahr 330 000 Stents bei Patienten implantiert.

Die Forschungen im IIB beschränken sich nicht nur auf Stents, es geht auch um neuartige künstliche Herzklappen. Diese können durch schonende Operationstechniken mittels Katheter implantiert werden. Ein Öffnen des Brustraumes ist somit nicht mehr notwendig. „Diese neuen Implantate besitzen ein sehr hohes Forschungspotenzial, da jedes Herz eine individuelle Form besitzt“, erklärt Arbeitsgruppenleiter Stiehm.


Alle Forscher wollen Implantate optimieren


Deshalb sind neben den computergestützten Simulationen experimentelle Untersuchungen an Herz-Kreislauf-Modellen unerlässlich. „Solche Prüfungen spielen auch bei der Zulassung von Herzklappenprothesen eine entscheidende Rolle“, ergänzt Dr. Wolfram Schmidt, Leiter des zugelassenen Prüflabors.

Mit diesen komplexen Fragen beschäftigt das Forscherkollektiv des IIB zusammen mit dem Institut für Biomedizinische Technik um Institutsleiter Niels Grabow sowie dem Kardiologen Prof. Hüseyin Ince und dem Institut für Anatomie der Universität von Prof. Andreas Wree. Allen beteiligten Wissenschaftlern geht es darum, Implantate für das Herz-Kreislauf-System zu entwickeln, die strömungstechnisch so optimiert sind, dass sie besonders sicher für die Patienten sind.





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