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Asbeststreit : Transporte: MV droht mit „Maßnahmen“

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Im Streit um die geplanten Asbesttransporte aus Wunstorf bei Hannover nach MV und Schleswig-Holstein wird der Ton schärfer. Die Landesregierung in Schwerin sieht die geplanten Transporte als rechtswidrig an.

svz.de von
erstellt am 27.Mär.2012 | 07:41 Uhr

Im Streit um die geplanten Asbesttransporte aus Wunstorf bei Hannover nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wird der Ton schärfer. In einem Brief an die mit der Sanierung der Altlast beauftragte Firma bekräftigte die Landesregierung in Schwerin, dass sie die geplanten Transporte als rechtswidrig ansieht. Der Brief sei am Montag an das Unternehmen abgeschickt worden, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Darin werden demnach „Maßnahmen“ durch die zuständigen Behörden für den Fall angedroht, dass die Transporte doch durchgeführt werden sollten.

Die Firma hatte Mitte März in einem Brief an Behörden in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein den Beginn der Transporte auf die Deponie Schönberg in Nordwestmecklenburg für den 16. April angekündigt. Die Landesregierung in Schwerin hatte als Schlussfolgerung aus einem von ihr in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten Anfang Januar beschlossen, dass auf der Deponie Ihlenberg bei Schönberg keine Asbest-Abfälle aus Wunstorf aufgenommen und gelagert werden dürfen.

In Wunstorf lagert Asbestschlamm der 1990 aufgelösten Firma Fulgurit, jahrzehntelang einer der größten Produzenten von Asbesterzeugnissen in Deutschland. Die provisorische Halde bewuchs mit Bäumen, die ein Sturm vor wenigen Jahren aber umwehte. Seitdem besteht dringender Handlungsbedarf. Die Deponie Schönberg, die dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehört, soll 145 000 Tonnen Asbestabfall aufnehmen. Dagegen protestierten Bürgerinitiativen heftig. Rund 30 000 Tonnen sollen auf die Deponie Rondeshagen bei Lübeck. Auch dort wird dies abgelehnt. Asbestfasern gelten als stark krebserregend.

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