Pferde : Trakehner mit Format

Friedhelm Mencke präsentiert den erfolgreichen Trakehner-Zuchthengst „Goldschmidt“ auf dem Gestüt Ganschow.  Fotos: Grie
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Friedhelm Mencke präsentiert den erfolgreichen Trakehner-Zuchthengst „Goldschmidt“ auf dem Gestüt Ganschow. Fotos: Grie

Gestüt Ganschow betreibt erfolgreiche Zucht / Stutenparaden am 5., 12. und 18. Juli

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27. Juni 2015, 08:00 Uhr

Friedhelm Mencke hat das Brenneisen mit der doppelten Elchschaufel in der Hand. Auf dem Gestüt Ganschow in der Nähe von Güstrow bekommen die neugeborenen Trakehner-Fohlen ihr Brandzeichen. Die Elchschaufel steht für das Gestüt im ostpreußischen Trakehnen, der ursprünglichen Heimat dieser stolzen Pferde. „Trakehner sind eine heimatlose Pferderasse“, sagt Gestütsinhaber Friedhelm Mencke. „Sie sind am Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Menschen aus Ostpreußen geflohen. Dabei haben sie Tausenden das Leben gerettet. Hunderte sind aber auch bei der Flucht über das Haff ertrunken.“ Ihn faszinieren nicht nur die Pferde, sondern auch deren Geschichte. Deshalb hat er für die Trakehner in Ganschow eine neue Heimstatt geschaffen.

Und das überaus erfolgreich. Zahlreiche Zuchterfolge kann Mencke aufweisen. Vor kurzem erhielt er die Goldene Nadel des Verbandes der Züchter und Freunde des ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung – die höchste Auszeichnung, die dieser bundesdeutsche Trakehner-Verband zu vergeben hat. Das macht Mencke stolz, denn seit Jahrhunderten werden Trakehner in Reinheit gezüchtet. „Diese Pferde sind besonders gut zu reiten. Es handelt sich um die älteste Reitpferderasse der Welt. Zudem sind die Pferde schön anzusehen“, sagt er. Trakehner sind besonders gute Dressur- und Vielseitigkeitspferde. Knapp 100 Trakehner hat Mencke auf seinem Gestüt, davon 20 Zuchtstuten.

In den 20 Jahren, seitdem Mencke das Gestüt Ganschow besitzt, hat er acht Trakehner-Hengste gekört bekommen, das heißt, sie wurden für die Zucht zugelassen. „Das ist nicht einfach, weil die Selektion sehr hoch ist“, sagt er. Darunter der berühmte Trakehner-Hengst „Dramatiker“, den Mencke für einen hohen Preis nach China verkauft hat. Er will die Tradition der Trakehner in Ganschow unbedingt weiterführen, „weil diese Rasse es verdienet hat“, sagt er.

Auch bei den kommenden Ganschower Stutenparaden am 5., 12. und 18. Juli präsentiert von der Schweriner Volkszeitung, werden die Trakehner wieder eine besondere Rolle spielen. Vor allem beim abschließenden Schaubild jeder Parade: der großen freilaufenden Herde. „Die Erde bebt, wenn die ungefähr 100 Trakehner sich in ihrer ganzen Natürlichkeit auf dem Platz zeigen und dann in der Natürlichkeit und Freiheit der mecklenburgischen Landschaft verschwinden, um am Horizont wieder aufzutauchen“, schwärmt Friedhelm Mencke.

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