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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 03:28 Uhr

marine : Tränen zum Abschied der „Hyäne“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Schnellboot läuft für sechs Monate zum Unifil-Einsatz in den Libanon aus / Schiff löst Korvette „Erfurt“ ab

Ganz intensiv winken Lina-Fee und Theodor-Odin Papa Patrick Petke zu. Er steht oben an Deck des Schnellbootes „Hyäne“, das sich auf dem Weg in den Libanon macht. Die Kinder sind mit ihrer Mama Katja Bräuer und den Großeltern Petra und Lothar Petke extra aus Forst in Brandenburg zur Verabschiedung des Schnellboots angereist. Es ist ein Abschied für sechs Monate. Da fließen bei vielen Angehörigen die Tränen. „Es ist mehr als nur ein Abschied auf Zeit. Man muss sich nichts vormachen: So ein Dienst ist mit Gefahr verbunden“, sagt die Brandenburgerin. Außerdem verpasse der Vater viel von der Entwicklung der Kinder. „Aber er ist ja Soldat“, sagt die junge Frau tapfer.

Auch die Rostockerin Franziska Pusch will mit Töchterchen Lina ihren Freund, Oberbootsmann Nils Köbernick, für diese Zeit verabschieden. Sylvia Borbe aus Hamburg lässt es sich nicht nehmen, ihrem Sohn Markus Borbe, der als Offizier mitfährt, Ade zu sagen. Wie viele machte die Hamburgerin Fotos von dem Zeremoniell. Daran nahmen auch die Besatzungen anderer Boote teil, um der Besatzung der „Hyäne“ ihren Respekt zu zollen.

Das Schnellboot „Hyäne“ hat den Heimathafen Warnemünde in Richtung Libanon verlassen. Die 41 Soldaten wurden von rund 50 Angehörigen und dem Polizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. „Trotz einer kurzen Vorlaufzeit sind wir gut vorbereitet, um den Auftrag zu erfüllen“, sagt Kapitänleutnant Martin Pauker (32). „Die Besatzung ist hoch motiviert und wird ihren Teil zur Stabilisierung der Lage vor Ort beitragen.“ 2014 erhielt die Crew den Nikolauspreis. Dabei bewiesen sie sich in der Einsatzausbildung gegenüber 40 anderen Schiffs- und Bootsbesatzungen als die Besten. Diese Tatsache beweist, dass die Marinesoldaten beispielhaft vorbereitet sind. Die „Hyäne“ soll im Rahmen des internationalen Unifil-Einsatzes vor der Küste des Libanon dazu beitragen, den Waffenschmuggel über See in das Land zu unterbinden. Das Boot wird im November 2015 zurückerwartet.

Ursprünglich sollten die mehr als 30 Jahre alten Boote gar nicht mehr zu Auslandseinsätzen auslaufen, diese Aufgaben sollten die Korvetten übernehmen. Doch das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer zwang die Bundeswehr zu der neuen Entscheidung.

Nun löst die „Hyäne“ die Korvette „Erfurt“ ab. Diese wird in der EU-Mission „Atalanta“ vor Somalia gebraucht, da eine Fregatte vor Libyen im Kampf gegen Schleuserkriminalität eingesetzt wird.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird am Donnerstag zu einem Truppenbesuch beim 1. Korvettengeschwader erwartet. Früheren Angaben des Marinekommandos zufolge soll es trotz des aktuellen Einsatzes keine Planänderung geben. Ende nächsten Jahres soll das gesamte Schnellbootgeschwader außer Dienst gestellt sein. Zurzeit hat die Marine sechs Schnellboote.

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