zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 09:28 Uhr

Träger der Jugendhilfe wehren sich

vom

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 07:21 Uhr

Rostock | Die Träger der Rostocker Kinder- und Jugendhilfe protestieren gegen den Sparkurs der Verwaltung. In der gemeinsamen Aktion "Stark machen für die Jugendhilfe" demonstrieren sie vor der Bürgerschaftssitzung am kommenden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr auf dem Neuen Markt. So wollen sie auf ihre prekäre Situation aufmerksam machen. Daran beteiligt sind auch die Stadtteil- und Begegnungszentren sowie Rostocker, die die Einrichtungen Tag für Tag nutzen. Die Jugendzentren sind an diesem Tag ab 13 Uhr geschlossen.

Hintergrund: Die Bürgerschaft hat die Förderung der Stadt auf ihrer vergangenen Sitzung zwar um 140 000 auf 5,9 Millionen Euro angehoben, das deckt aber nur ein Drittel des angemeldeten Mehrbedarfs der Träger. "Keine Einrichtung kann das auf Dauer kompensieren", so Carola Lorenz, Leiterin des Stadtteil- und Begegnungszentrums Toitenwinkel. In der vom Deutschen Roten Kreuz getragenen Einrichtung sind neben Lorenz derzeit vier hauptamtliche Mitarbeiter und vier Schulsozialarbeiter eingestellt. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. "Wenn es zu Kürzungen kommt, haben wir alle Angst, dass es nicht mehr durch die Reduzierung von Sachkosten zu regeln ist", so Lorenz. Durch steigende Betriebs- und Lohnkosten würde nach einer Etatkürzung ein Defizit entstehen. Nun befürchten die Einrichtungen den zwangsläufigen Abbau wichtiger Stellen.

"Kürzungen vorzunehmen bedeutet, dass der Fachkräfteanteil reduziert wird", betont Frank Lüttgerding vom Rostocker Freizeitzentrum. Die Funktion der sozialpädagogischen Betreuung könnten jedoch nur ausgebildete Fachkräfte leisten. Die Träger fürchten nun, dass der mögliche Stellenabbau die zahlreichen freiwilligen Helfer belastet. "Es kann nicht alles über das Ehrenamt geleistet werden", so Lorenz. Rückendeckung gibt es diesbezüglich vom Fachkreis Ehrenamt. In einem offenen Brief an Bürgerschaft und Verwaltung schrieb dieser gestern: "Gerade in der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden viele Angebote durch das Engagement von Ehrenamtlichen unterstützt. Aber der Einsatz von Freiwilligen benötigt unbedingt eine hauptamtliche Struktur und Begleitung in den jeweiligen Einrichtungen." Um alle Angebote weiter anbieten zu können, sei daher eine ausreichende Finanzierung unbedingt erforderlich.

Setzen sich die befürchteten Sparmaßnahmen durch, müssen die Jugendzentren darauf reagieren. Laut Lars Müller vom Börgerhus Groß Klein müssten dann die Öffnungszeiten reduziert werden. Das sei in einem Stadtteil mit so großen sozialen Problemen nicht tragbar. "Wir leisten hier Präventionsarbeit, die auf lange Sicht Geld einspart", so Müller. Nun hoffen die Träger auf eine erfolgreiche Demonstration. "Es muss Aufmerksamkeit entstehen für eine Situation, die in Rostock so nicht zufriedenstellen kann", so Lüttgerding.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen