Rostock : Traditionsreiche Firma investiert in Neubau

Herzlichen Glückwunsch: Axel Erdmann (r.) feiert heute seinen 65. Geburtstag.
Herzlichen Glückwunsch: Axel Erdmann (r.) feiert heute seinen 65. Geburtstag.

Ferdinand Schultz Nachfolger modernisiert im Osthafen / Autohaus entsteht für drei Millionen Euro / Weitere Arbeitsplätze in diesem Jahr / Geschäftsführer Axel Erdmann wird heute 65

von
10. Juni 2015, 10:00 Uhr

Axel Erdmann begeht heute seinen 65. Geburtstag. Als Honorarkonsul des Königreichs Schweden und 2. Vizepräsident des Unternehmerverbandes Rostock -Mittleres Mecklenburg ist er gesellschaftlich aktiv, obwohl er als geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Ferdinand Schultz Nachfolger jede Menge Arbeit auf dem Tisch hat. Gerade auch aktuell, wo Axel Erdmann in seinem Unternehmen große Modernisierungen umsetzt. Dietmar Tahn hat mit ihm gesprochen.

Herr Konsul, Glückwunsch zum 65. Geburtstag. Ist Ihr Jubiläum Anlass, um an Rückzug aus der Verantwortung in Ihrer Firma zu denken?

Nein. Ich habe allen Leuten bei mir gesagt, dass ich bis zum 69. Lebensjahr arbeiten werde, weil ich die baulichen Dinge am Firmenstandort im Osthafen noch regeln will.

Einige Veränderungen sind im Osthafen schon zu sehen. Was konkret soll geschehen?

Wir beginnen mit dem Neubau unseres VW-Autohauses. Kundendienst und Vertrieb werden dann unter einem Dach sein. Wir werden drei Millionen Euro investieren. Daraus ergibt sich ein ganz großer Vorteil für unsere Kunden, der Osthafen wird noch schöner. Vorbereitende Dinge wie beispielsweise die Verlegung unserer Waschanlage sind schon erfolgt. Der Neubau wird Ende des nächsten Jahres fertig gestellt sein. Weiterhin möchte ich die Fortführung des Uferwanderwegs an der Warnow mitgestalten. Er soll nach meinem Wissen durch die Hansestadt 2017 fertig gebaut sein. Unsere jetzige Werkstatt muss dazu abgerissen werden, dann führt der Weg von Langenort bis in die Altstadt.

Es kommen Abrissbagger?

Ja, ab 15. Juni fangen wir an, abzureißen. Das ist schon ein historischer Moment, denn wir sind ja eine sehr traditionsreiche Rostocker Firma. Ende September, Anfang Oktober beginnen wir dann , den Neubau zu errichten.

Sie haben nach der Wende die Firma übernommen. Auf die Entwicklung bis heute können Sie doch stolz sein?

Wir können stolz sein, denn ich habe das ja nicht allein gemacht. Die Leitungscrew und unsere fleißigen, engagierten Mitarbeiter haben es geschafft, aus einem Zulieferbetrieb für den DDR-Schiffbau mit einer kleinen Werkstatt für Autotypen aus der ehemaligen UdSSR eine Firma der Fahrzeugbranche zu entwickeln. Alles, was wir heute tun, hat mit Fahrzeugen zu tun. Da sind unsere Autohäuser mit den Marken Audi, VW und Skoda, Linde-Gabelstapler und Kärcher-Reinigungstechnik sowie unsere Fahrzeugtechnik in Bentwisch. Das ist wirklich ein Erfolg, weil wir 1989 insgesamt 160 Leute beschäftigt hatten. Heute sind es knapp 300, darunter 30 Lehrlinge. Wir haben etwa 60 Millionen Euro Umsatz pro Jahr in der gesamten Gruppe und gehören so zu den größten 100 Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Wir glauben, dass es Potenzial gibt, um weiter zu wachsen. In diesem Jahr planen wir, 12 bis 15 neue Arbeitskräfte einzustellen.

Die Entwicklung zu einem starken mittelständischen Unternehmen hat sicher viel Kraft gekostet?

Mittelstand heißt immer schlaflose Nächte. Weil stets neue Dinge kommen. Mittelständler müssen langfristig denken, um am Markt bestehen zu können.

Ferdinand Schultz Nachfolger ist eine Rostocker Firma mit sehr viel Tradition und fühlt sich deshalb der Hansestadt sehr verbunden?

1868 wurde unsere Firma in der Wokrenterstraße gegründet und später war der Sitz auf dem heutigen Standort des Kaufhofes in der Langen Straße. Nachdem sie 1942 ausgebombt wurde, erfolgte der Umzug in den Osthafen. Geführt wurde das Unternehmen im Wesentlichen von meinem Vater. 1972 gab es die Verstaatlichung in der DDR. Nach der Wende habe ich dann viel Energie verwendet, um die Familientradition fortzuführen. Bei dieser Geschichte ist es klar, dass wir uns Rostock sehr verbunden fühlen, Sport und Kultur sowie die Arbeit mit Kindern nach unseren Möglichkeiten über all die Jahre unterstützt haben.

Sie sind auch Honorarkonsul für das Königreich Schweden. Eine Ihnen lieb gewordene Tätigkeit?

Ja, das ist schon eine Ehre für mich. 1997 habe ich das Amt nach einem Auswahlverfahren, das vom Königshaus geführt wurde, übernommen. Wir haben heute ungefähr 1000 schwedische Bürger in Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt zirka 30 schwedische Firmen, die sich hier im Land angesiedelt haben. Daraus ergeben sich viele Verbindungen, aber auch Probleme, die zu lösen sind. Beispielsweise mit Pässen. Aber ich bin gern Honorarkonsul.

Gibt es eine große Geburtstagsfeier zum 65.?

Ich möchte an diesem Tag im Kreis meiner Familie sein. Gerade nach der angestrengten Arbeit in den zurückliegenden 25 Jahren habe ich diesen Rahmen bewusst gewählt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen