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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 05:54 Uhr

Feuer : Traditions-Restaurant brennt ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die leerstehende Gaststätte Troika in Groß Klein geht in Flammen auf. Augenzeugen berichten von flüchtenden Jugendlichen

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Aufruhr in Groß Klein: Das Traditions-Haus Troika ist in der Nacht zu gestern in Flammen aufgegangen. Augenzeugen berichteten der Polizei von drei Jugendlichen, die kurz nach Ausbruch des Feuers gegen Mitternacht weggelaufen seien. Die Beamten konnten die drei aber nicht mehr stellen. Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei. „Unsere Brandermittler waren draußen, der Verdacht der Brandstiftung liegt nahe“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske.

Berufs- und freiwillige Feuerwehr hatten große Mühe, die Flammen einzudämmen. Als die ersten Einsatzkräfte in der Alten Warnemünder Chaussee eintrafen, schlugen ihnen bereits meterhohe Flammen entgegen. Das Feuer griff auf das gesamte Gebäude über, welches kurz darauf lichterloh in Flammen stand. Unter dieser Hitze stürzte der Dachstuhl ein und sorgte somit für zusätzliche Gefahr. Die Feuerwehr brachte schwere Technik zum Einsatz, unter anderem eine Löschwasserkanone, die auf dem Dach eines Wagens installiert ist. Verfolgt wurden die Arbeiten von vielen Schaulustigen. Verletzte gab es keine.

Gaststätte und angeschlossene Bungalows lagen schon seit vielen Monaten brach. „Die Besitzerin wurde in der Vergangenheit mehrfach auf ihre Sicherungspflicht hingewiesen“, sagt Groß Kleins Quartiermanager Uwe Leonhardt. Es habe auch immer wieder Gerüchte gegeben, dass die Unterkünfte von Jugendlichen genutzt würden. Trotz mehrfacher Ortsbesichtigungen hätten sich dafür aber keine Hinweise gefunden, so Leonhardt. Er sagt: „Die Brandruine kann so nicht stehen bleiben. Wir werden uns darum kümmern, dass es in geordnete Verhältnisse kommt.“

Das wünscht sich auch Ortsbeiratsvorsitzender Uwe Michaelis (SPD): „Ich hoffe, dass das Gelände nicht weiter verwildert. In dem Zustand, wie es jetzt ist, kann und soll es nicht lange bleiben.“ Eine Zukunft als Restaurant sei allerdings unwahrscheinlich. Dafür fehle in Groß Klein einfach die Kundschaft, wie die zahlreichen Gaststättenschließungen in den vergangenen Jahren belegten. Eventuell könne das große Grundstück aber für Wohnbebauung genutzt werden. Auch eine Entwicklung im Zuge eines möglichen Messeneubaus nebenan sei denkbar.

Seine Glanzzeit erlebte das Troika unter Ulrich Klingebeil, der sich 1982 mit dem Konzept einer folkloristischen Gaststätte als Teestube mit Imbissangebot selbstständig gemacht hatte. Das rustikale Holzhaus in Groß Klein bildete dafür den idealen Ort. „Zu DDR-Zeiten musste man schon fast Beziehungen haben, um dort einen Platz zu bekommen“, sagt Michaelis. 1990 kamen dann die Bungalows hinzu. Später gab es mehrere Besitzerwechsel.

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