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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 12:58 Uhr

Rostock : Tradi-Debatte nimmt Fahrt auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Erstes Informationsforum zum Bürgerentscheid am 24. September. Oberbürgermeister weist Immobilienspekulationen zurück

von
erstellt am 12.Sep.2017 | 08:00 Uhr

Bedeutet eine Verlegung des Traditionsschiffs samt Ensemble in der Konsequenz einen Dauerstau auf der L  22 durch erhöhten Besucherandrang? Warum soll das Schiff bei Zustimmung der Rostocker am 24. September in den Christinenhafen und nicht einfach an den ehemaligen „Büchner“-Liegeplatz? Und welche Folgen hätte eine Verholung für die Hanse Sail?

Unter anderem diese Fragen bekamen die rund 50 anwesenden Rostocker beim ersten Informationsforum zum Bürgerentscheid gestern im Moya beantwortet. Die Argumentation der Stadthafen-Befürworter übernahm Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), die der IGA-Park-Verfechter vor allem dessen Aufsichtsratschefin Karina Jens (CDU). „Kann ich es mir sparen, je wieder mit dem Auto durch den Stadthafen zu fahren?“, wollte Student Tom Lüth wissen. Methling zufolge wäre bei einer Tradi-Verlegung in die City und einem Neubau des Maritimen Erlebniszentrums an Land pro Tag maximal mit 800 Fahrzeugen zusätzlich auf der L  22 zu rechnen. Aktuell „haben wir täglich 35 000 bis 45 000 Fahrzeuge dort“, sagt der Rathauschef.

Andreas Schäfer von den Rostocker Tradischiff-Freunden befürchtet hingegen eine Abwicklung der IGA und Hanse Messe zugunsten von Spekulanten: „Ich sehe da nur das Interesse der Immobilienbranche.“ Karina Jens heizt dieses Thema zusätzlich an. „Die Spekulationen nehmen zu“, erklärt sie. Wahr seien sie aber nicht, so Methling: „Es gibt kein Immobilienkonzept, es geht nur um fachliche Fragen.“ Aus seiner Sicht könne das Traditionsschiff samt Ensemble im Stadthafen mehr Besucher anziehen. Deswegen spricht er sich auch für den Christinenhafen als besonders exponierten Standort aus. Durch eine Verlängerung Richtung Osten könnten 80 bis 100 Meter neue Kaikante entstehen. Das Traditionsschiff selbst solle 20 Meter versetzt vom Ufer festmachen und mit einer Steganlage umgeben werden. Das schaffe sogar mehr Liegeplätze für die Hanse Sail.

Die Besucher gestern – vornehmlich ältere Einwohner aus dem Nordwesten – konnte Methling mit seinen Argumenten nicht mehrheitlich vom Stadthafen überzeugen. „Das Schiff sollte in Schmarl bleiben“, so beispielsweise Ulrich Günther, der 1971 schon sein Kapitänspatent auf der „Dresden“ gefeiert hat. Heute findet die nächste Infoveranstaltung in der Halle 207 statt, am Donnerstag eine im Krüll-Autohaus in Dierkow. Start ist jeweils um 19 Uhr.

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