Touristiker sind trotz Minus zufrieden

 Tourismusdirektor Matthias Fromm und seine Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich Rostocks Gäste wohlfühlen.iane
Tourismusdirektor Matthias Fromm und seine Mitarbeiter sorgen dafür, dass sich Rostocks Gäste wohlfühlen.iane

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04. September 2012, 09:08 Uhr

Rostock | Auch in diesem Jahr ist Rostock-Warnemünde der beliebteste Kreuzfahrthafen Deutschlands. "Damit hat die Stadt auf einen Schlag weltweit an Bekanntheit gewonnen", betont Matthias Fromm, Leiter der Tourismuszentrale Rostock-Warnemünde. Allein die Kreuzfahrturlauber setzen jährlich etwa neun Millionen Euro brutto in Rostock um. Insgesamt sind es sogar rund 500 Millionen. Mehr als 14 700 Arbeitsplätze hängen vom Geschäft mit den Urlaubern ab. Dass daraus für die Stadt auch eine enorme Verantwortung erwächst, weiß der Tourismusdirektor so gut wie kein anderer. "Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Gäste hier wohlfühlen, möglichst wiederkommen und Rostock als Urlaubsort weiterempfehlen", sagt Fromm. Und das sei eine originäre Aufgabe der Stadt, in deren Auftrag die Tourismuszentrale als kommunaler Eigenbetrieb aktiv ist.

Gerade hat die Tourismuszentrale ihren Jahresabschluss für 2011 vorgelegt. Die Bilanz weist einen Jahresverlust von rund 890 000 Euro auf. Der Plan für das Wirtschaftsjahr war ursprünglich von einem Minus von etwa 1,1 Millionen Euro ausgegangen. Die Stadt wird - sollte die Bürgerschaft dem Jahresabschluss zustimmen - den Verlust um 485 000 Euro ausgleichen. Bleibt unterm Strich ein Minus von rund 407 000 Euro.

Dass die Tourismuszentrale den für 2011 angenommenen Verlust nach unten korrigieren konnte, kann durchaus als Erfolg verbucht werden. Denn viele Möglichkeiten hat der Eigenbetrieb nicht, seine Bilanz durch Einnahmen zu verbessern. "Viele unserer Aufgaben liegen in Bereichen, die Kosten verursachen und die sich nicht refinanzieren lassen", erklärt Fromm. Dazu gehören Belange der Infrastruktur wie die Strandreinigung und -sicherung, aber auch die Angebote an den zwei Standorten der Touristinformation, plus dem saisonalen Anlaufpunkt in Markgrafenheide. "Wir sind sieben Tage die Woche für die Urlauber ansprechbar", sagt Fromm. Die Nachfrage sei enorm. Zehn feste Mitarbeiter stehen dafür bereit. In der Saison kommen acht dazu.

Das Gros der Einnahmen der Tourismuszentrale kommt aus den Kurbeiträgen, die bei jeder Übernachtung im Ostseebad fällig werden. Während der Saison beträgt die Kurabgabe in Warnemünde 2,25 Euro, in der Nebensaison wird es etwas günstiger. Das ist der Großteil, etwa 29 Prozent, der Einnahmen des Eigenbetriebes. Er liegt durchschnittlich bei 1,3 Millionen Euro im Jahr. Rund 20 Prozent macht der städtische Zuschuss aus, 2011 waren das 892 000 Euro. Ein drittes Standbein sind Einnahmen aus der Bewirtschaftung und Grundstücksverwaltung. So laufen Erbbaupachtverträge beispielsweise für den Campingplatz in Markgrafenheide und den Strandläufer in Warnemünde. Das sei zwar kein originärer Aufgabenbereich der Tourismuszentrale, so Fromm: "Aber das ermöglicht es uns, den Zuschussbedarf für die Stadt zu senken."

Das restliche Viertel der Einnahmen setzt sich aus Werbeleistungen und Sponsoringverträgen zusammen. Außerdem erhält die Tourismuszentrale für jede Vermittlung von Übernachtungsmöglichkeiten oder den Verkauf von Veranstaltungstickets Provision. Den Betriebsaufwand der Tourismuszentrale von rund 4,9 Millionen Euro decken diese Einnahmen nicht gänzlich - woraus sich eben das Minus im Jahresabschluss ergibt. Für die Saison 2012 rechnet Fromm übrigens ebenfalls fest damit, den Planansatz zu erfüllen.

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