Tourismus in Rostock : Touristiker packen Umzugskisten

Ziehen bald in den Neubau ein: Bernd Fischer (v. l.), Harald Machur, Tobias Woitendorf und Katrin Hackbarth vom Tourismusverband MV.
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Ziehen bald in den Neubau ein: Bernd Fischer (v. l.), Harald Machur, Tobias Woitendorf und Katrin Hackbarth vom Tourismusverband MV.

Am 29. März beginnt der Wechsel in die neue Schaltzentrale am Warnowufer. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 7,3 Millionen Euro.

svz.de von
16. März 2016, 05:00 Uhr

Die Visitenkarten mit der neuen Adresse sind schon auf der ITB in Berlin verteilt worden. Ab dem 29. März ist es dann auch offiziell. Dann nämlich beginnt der Umzug der Tourismusverbände des Landes in ihr neues Hauptgebäude in der Konrad-Zuse-Straße 2 in Rostock. „Wir hätten die Straße auch gern Tourismus-Avenue genannt, wenn das möglich gewesen wäre“, sagt Bernd Fischer.

Dem Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV ist die Freude über den Umzug in den Neubau anzumerken. „Das Gebäude ist die Schaltzentrale für den Tourismus im Land“, so Fischer. Kein Wunder, dass er neben dem Packen der Umzugskisten vor allem mit der Terminplanung beschäftigt ist. „Wir haben schon zahlreiche Anmeldungen für Tagungen. Und das nicht nur intern“, so der Verbands-Chef. Statt wie bisher ein Raum mit Platz für gerade einmal zehn Personen stehen den Verbänden künftig drei kleine Beratungszimmer á 21 Quadratmeter sowie die Konferenzetage auf dem Dach mit 80 Quadratmetern zur Verfügung.

Noch herrscht auf der Baustelle emsiges Treiben. „Gerade wurden die Türen angeliefert, nächste Woche kommt der Fachmann für die Schließanlagen. Auch die Maler sind noch im Haus unterwegs“, sagt Harald Machur, der von Verbandsseite den Bau betreut und so manch schlaflose Nacht hatte. Die Bauverzögerungen hätten sich aber im Rahmen gehalten. „Wir hatten gleich am Anfang mit dem Erdaushub zu tun. Aber es war ja klar, dass es sich um Industriegelände mit entsprechenden Altlasten handelt“, so Machur. Auch der vor Ort befindliche Fledermausbunker habe teilweise abgetragen werden müssen, was Zeit kostete. Mit insgesamt „anderthalbjähriger Bauzeit von der Grundplatte bis zum Einzug – darunter zwei Winter – waren wir aber sehr sportlich“, so Machur. Die Kosten für den Verwaltungssitz hätten sich zum Ende der Bauzeit von 7,2 auf 7,3 Millionen Euro erhöht. „Wir mussten Deckensegel zur Kühlung der Räume nachrüsten, das Haus ist zu gut isoliert“, so der Diplom-Ingenieur, der verbandsintern einen Wettbewerb zur Namenssuche für die neuen Konferenzräume ausgelobt hat, aber noch keine Ergebnisse verrät.

Seit dem Frühjahr 1992 sitzen die Touristiker in Rostock am Platz der Freundschaft. Fast genau so lange gibt es schon den Wunsch nach einem repräsentativen Neubau. 2011 wurden die Überlegungen dann konkret. Bevor sich die Bauherren für das Gelände der Gießerei der früheren Neptun-Werft entschieden, waren alternative Standorte im Gespräch. „Einige auch auf dem Werftgelände, aber auch der Hornsche Hof und das Gelände, auf dem jetzt Centogene baut“, so Fischer.

Mit der endgültigen Wahl sind alle zufrieden, der Standort sei zentral gelegen. Und – viel wichtiger noch als die öffentliche Erreichbarkeit: Der Neubau schafft kurze Wege zwischen den Verbänden, die ständig miteinander zu tun haben.

Fakten zum Haus

 9 Verbände ziehen ein: Tourismusverband MV, Nordostdeutsche Fremdenverkehrs- und Marketing GmbH, Bäderverband MV, Dehoga MV, Deutsches Jugendherbergswerk/Landesverband MV, Landurlaub MV, Verband Mecklenburgischer Ostseebäder, Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus in MV und das Internationale Ostseetourismuszentrum, weshalb das Gebäude auch Internationales Haus des Tourismus heißt

7,3 Millionen Euro wurden investiert, 90 Prozent davon sind Fördermittel, der Rest wird über Kredite finanziert

2600 Quadratmeter Arbeitsfläche umfasst das energioptimierte Haus, das bis zur Konferenzetage auf dem Dach mit Erdwärme versorgt wird; in den vier Stockwerken entstehen 90 Arbeitsplätze, im Außengelände 32 Parkplätze. Ein spezielles LED-Konzept sorgt für farblich wechselnde Beleuchtung. 80 Prozent der Möbel sind aktueller Bestand und ziehen mit um. Die Farbe des Tourismusverbandes – orange – findet sich im Fußbodenbelag, an einigen Wänden und bei den Bad-Fliesen wieder. Am Haus gibt es Anschlüsse für Pedelecs und Elektroautos. Im Außengelände werden 14 Bäume gepflanzt. Die Bauhöhe beträgt 22,6 Meter über dem Meeresspiegel.

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