Tourismus: Rostock will mehr

Der Strandkorb ist zum Symbol für MV geworden. dpa
Der Strandkorb ist zum Symbol für MV geworden. dpa

svz.de von
01. Juni 2012, 08:16 Uhr

Rostock | Eine halbe Milliarde Euro Bruttoumsatz, mehr als 1,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr, 14 700 Arbeitsplätze - für Rostock ist der Tourismus ein Einkommensgarant. Die Gesellschaft für Tourismus und Marketing will diese Zahlen noch steigern. Sie wurde vor zwei Jahren gegründet und nimmt mit ihrer freiwilligen Marketing umlage deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. Andere Zwangs-Finanzierungsmodelle wie Bettensteuer oder Kulturabgaben werden so überflüssig.

Aktuell umfasst die Gesellschaft rund 320 Hotels, Beherbergungsbetriebe und Dienstleister. "Die Mitgliederzahl steigt kontinuierlich", sagt Geschäftsführer Matthias Fromm. 2011 konnte er über fast 430 000 Euro verfügen - "knapp 100 000 Euro mehr als geplant", so Fromm. Das Geld stammt zu je 40 Prozent aus Marketingumlage und Provisionen für vermittelte Buchungen, sowie zu 20 Prozent aus Werbeeinnahmen.

Das Kapital fließt in die Vermarktung Rostocks und Warnemündes als Urlaubs- und Tagungsort. Vor allem die Nebensaison soll attraktiver werden. "Für uns ist es wichtig, dass jeder eingezahlte Euro wirklich ins Marketing geht", sagt Alexander Soyk, der als Geschäftsführer des Tourismusvereins Rostock und Warnemünde für die Privatwirtschaft spricht. Möglich wird dies durch das Engagement der Stadt, die bislang für die Gehälter der Gesellschafts-Mitarbeiter aufkommt. "Der Etat liegt aber noch unter dem anderer Städte", sagt Soyk. Dennoch sei er sehr zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg.

Mit zugeschnittenen Rundum-sorglos-Angeboten sollen neue Zielgruppen gewonnen werden, etwa junge Familien oder aktive Paare. Großes Potenzial sieht Fromm auch im Gesundheits- und Wellnesstourismus. Um es den Gästen möglichst einfach zu machen, soll das Buchungssystem weiter vereinfacht werden, vor allem im Internet. "Das ist eine der wichtigsten Aktivitäten - knapp 50 Prozent buchen ihre Unterkunft online", sagt Fromm.

Er setzt zudem auf gezielte Werbung, beispielsweise auf Messen wie die Internationale Tourismus-Börse in Berlin. "Man kann es kaum glauben, aber in Hessen, Baden-Württemberg oder Bayern ist Rostock teilweise völlig unbekannt und ein erklärungsbedürftiges Reiseziel."

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