Warnemünde : Total frech: Möwen im Seebad

<strong>Zur Mittagszeit</strong> findet sich seit zwei Jahren Möwe Erna gern  im Umfeld der zwei  Fleischereien in der Mühlenstraße ein. Von so einem Hochsitz aus lässt es sich gut erkunden, wo es die leckersten Happen gibt. Zwischen denen tänzelt sie hin und her. <fotos>Fotos: mapp </fotos>
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Zur Mittagszeit findet sich seit zwei Jahren Möwe Erna gern im Umfeld der zwei Fleischereien in der Mühlenstraße ein. Von so einem Hochsitz aus lässt es sich gut erkunden, wo es die leckersten Happen gibt. Zwischen denen tänzelt sie hin und her. Fotos: mapp

Die Gefahr, die von hungrigen Möwen in Warnemünde ausgehen kann, wird von Touristen unterschätzt. Viele Urlauber ignorieren das Fütterungsverbot und haben so Möwen ihr natürliches Beutemachen abgewöhnt.

svz.de von
13. Juli 2012, 07:51 Uhr

Warnemünde | Die Gefahr, die von hungrigen Möwen in Warnemünde ausgehen kann, wird von Touristen oft unterschätzt. Viele Urlauber ignorieren das Fütterungsverbot der Hansestadt und haben dadurch Möwen ihr natürliches Beutemachen abgewöhnt. Statt sich selbst auf Futtersuche zu begeben, ziehen besonders Silbermöwen Fischbrötchen, Eis oder andere Leckereien vor. Im Sturzflug schnappen sie Urlaubern das Essen weg. Besonders am Alten Strom ist das täglich zu beobachten. Viele Fischverkäufer reichen mit dem Fischbrötchen den Rat über die Theke, sich vor Möwen in Acht zu nehmen.

In der Mühlenstraße findet sich seit zwei Jahren zur Mittagszeit Silbermöwe Erna ein. So wurde dieses Exemplar vom Team der Fleischerei Lührmann getauft. Erna lauert vor diesem Laden und tänzelt dann vor den Tischen der Fleischerei Winter herum.

"Manche Gäste unterschätzen die Aggressivität der hiesigen Möwen", sagt Tourismusdirektor Matthias Fromm. "Deshalb müssen wir die Urlauber informieren." Im kommenden Jahr soll ein Flyer über Möwen herausgegeben werden. Viele Gäste romantisieren die Seevögel und haben ihnen durch das Füttern die natürliche Nahrungssuche abgewöhnt. Besonders gefräßig sind die Silbermöwen, die 55 bis 67 Zentimeter groß werden und eine Flügelspanne von 1,25 bis 1,55 Metern haben. Wegen der gefräßigen Möwen hat die Hansestadt schon die Papierkörbe Am Strand und am Strom mit Deckeln ausgestattet. "Und wir weisen die Gäste immer wieder auf die Gefahr hin, der sie gerade ihre Kinder durch das Füttern der Möwen aussetzen", sagt Fromm.

Weil viele Warnemünder erfahren im Umgang mit Möwen sind, warnen einige die Urlauber. Vor dem Durchgang von der Mühlenstraße zu Meyers Mühle hängt jetzt ein Schild am Zaun: "Vorsicht, Möwen greifen an." Hier in der Nähe haben Möwen gerade Junge bekommen, die sie mit Essen versorgen müssen. Dadurch werden die Vögel noch hungriger und aggressiver.

Einer, der sich gut auskennt mit dem Thema Möwen ist Wilfried Krümmer. Der frühere Biologie-Lehrer vom Christophorus-Gymnasium hat sich auf geologisch-ökologische Wanderungen spezialisiert. Er weiß viel über die Vögel, von denen es drei Arten in Warnemünde gibt. Die kleinste Art ist die Sturmmöwe, eine nächste die Lachmöwe. "Das hat nichts mit Lachen zu tun, sondern kommt vom Begriff Lache, der für See steht", so Krümmer. Am weitesten verbreitet ist die Silbermöwe. "Passanten sehen sie nicht als Raubvogel, sondern haben sie mit dem Füttern dressiert, sodass sie die bequeme Art des Fressens vorziehen", sagt er. Silbermöwen können bis zu 30 Jahre alt werden - in diesen drei Jahrzehnten stehlen sie viele Fischbrötchen.

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