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Prozess : Tödlicher Faustschlag: Dreieinhalb Jahre Haft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Manfred H. (65) muss ins Gefängnis / Nach dem folgenschweren Angriff hatte er sein 85-jähriges Opfer einfach liegen lassen

Eigentlich wollte Manfred H. (65) sich am 21. Mai 2013 nur einen Arzttermin holen. Jetzt landet er im Gefängnis: Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Rostock verurteilte ihn am Freitag wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren.

Es war ein regnerischer Morgen, als Manfred H. mit dem Fahrrad unterwegs war und das Basecap tief ins Gesicht gezogen hatte. Hinter dem Straßenbahnwartehäuschen in der Warnowallee kam es zu einer zufälligen Berührung mit Gunter R. (85), der auf dem Weg zur Post war. Manfred H. war schlecht gelaunt, stieg von seinem Rad und versetzte dem betagten Mann einen kräftigen Faustschlag ins Gesicht. Er traf die sensible Stelle links am Kinn. Gunter R. verlor das Bewusstsein und schlug ungebremst mit dem Hinterkopf auf das Steinpflaster auf. Er erlitt eine Schädeldachlängsfraktur. Obwohl Manfred H. gesehen hatte, dass der Mann nach seinem Hieb zu Boden stürzte, kümmerte er sich nicht um ihn, sondern fuhr nach Hause. Zwei Tage später starb der 85-Jährige.

Manfred H. erzählte am 24. Mai der Bedienung in seinem Stammlokal, dass er einem alten Mann „eine geknallt habe“. Der Mann sei hingestürzt. Durch Kunden wusste sie, dass dieser Mann an den Folgen des Sturzes gestorben war. Sie informierte die Polizei.

Vor Gericht räumte Manfred H. zwar die Tat ein, sagte aber, dass der 85-Jährige ihm ins Lenkrad gegriffen habe, wobei er mit dem Fahrrad an die Glasscheibe des Wartehäuschens gefallen sei. Es habe einen Streit gegeben und er habe dem 85-Jährigen eine kräftige Ohrfeige mit dem Handrücken versetzt. Das Opfer sei wie ein Brett hingefallen.

„Der Angeklagte hat den Tod von Gunter R. verursacht“, sagte der Vorsitzende Richter. Das hätten alle Zeugen bekundet. Er sei voll schuldfähig. Dass er seinem Opfer keine Hilfe leistete, fiel für den Angeklagten schwer ins Gewicht. Ihm kam aber zugute, dass er nicht vorbestraft ist. Auch seine Bereitschaft, 3000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen, wurde zu seinen Gunsten gewertet. Weil das Gericht mit einer besonderen Haftempfindlichkeit des 65-jährigen Angeklagten rechnet, wurden vier Monate der Strafe als bereits verbüßt angesehen. Manfred H. kann gegen dieses Urteil des Landgerichts Revision einlegen.





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