zur Navigation springen

verheerender schlag : Tödliche Ohrfeige: Prozess beginnt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Manfred H. tötete 85-Jährigen mit Schlag ins Gesicht – vor Gericht gesteht er die Tat

Ein Schlag mit verheerenden Folgen: Wegen Körperverletzung mit Todesfolge muss sich seit gestern der 65-jährige Manfred H. vor dem Landgericht Rostock verantworten. Der Angeklagte soll dem 85-jährigen Gunter R. nach einer kurzen Rempelei vom Fahrrad aus einen so kräftigen Schlag ins Gesicht versetzt haben, dass dieser stürzte und am 23. Mai 2013 an den Folgen des Sturzes starb.

„Ich sah, wie ein Fahrradfahrer an der Rückseite des Straßenbahnhäuschens in der Warnowallee einen Opa mit einem Faustschlag niederstreckte“, berichtete der Zeuge Fritz D. (75) . „Du hast ihn totgeschlagen“, habe er dem Radfahrer zugerufen, aber dieser sei weggefahren. „Ich lief in die Apotheke und bestellte den Notarzt“, sagte der Zeuge. Mehrere Frauen hätten sich um den Verletzten gekümmert, hielten ihm die Hand und legten eine Decke unter seinen Kopf. Weil es ihm zu lange dauerte, habe er ein zweites Mal nach dem Notarzt gerufen. Die Medizinische Hilfe sei erst nach etwa 20 Minuten gekommen.

„Ich war erschrocken und wütend“, verteidigte sich der Angeklagte. Der alte Mann sei schräg von vorne auf ihn zugekommen, habe den Ellenbogen ausgestreckt und seinen Fahrradlenker berührt, sodass ihm dieser aus der Hand fiel. Er sei gegen die Scheibe des Wartehäuschens gefallen. „’Sind sie verrückt’, schrie ich, und schlug ihm mit der linken Rückhand ins Gesicht.“ Der Mann sei lang nach hinten gekippt. Als einer brüllte: „Der Mann ist ein Mörder“, habe er Panik bekommen. Er sei schnell weggefahren, als er sah, dass sich mehrere Passanten um Gunter R. bemühten. „Wenn ich alles zurückdrehen könnte, würde ich das machen, aber das geht ja nicht.“ Er habe zu Hause eine Zigarette geraucht und sei dann zurück zur Warnowallee gegangen. Aber dort sei nichts mehr zu sehen gewesen, kein Krankenwagen und auch keine Polizei, berichtete der Angeklagte. Deshalb sei er davon ausgegangen, dass es doch gut ausgegangen ist. „Ich hätte gleich zur Polizei gehen müssen“, sieht er jetzt ein. „Ich muss immer daran denken, kann keine Nacht mehr ruhig schlafen.“

Gunter R. schlug mit dem Hinterkopf ungebremst auf das Pflaster auf, erlitt schwere Schädelbrüche. Zwei Tage später starb er in der Universitätsklinik. Der Prozess wird mit Zeugenbefragungen heute fortgesetzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen