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Rostock: 28-Jähriger greift zum Küchenmesser : Tödliche Attacke nach Vergewaltigungs-Vorwurf

vom

Es ist das dritte Kapitalverbrechen diesen Jahres in Rostock. David N. soll seinen Bekannten erstochen haben. Dessen Freundin hatte zuvor gegen den Ersatzvater von David N. den Vorwurf der Vergewaltigung erhoben.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2012 | 10:07 Uhr

Südstadt | Sichtlich mitgenommen und noch immer unter Schock steht Mandy T. vor dem Block in der Albert-Einstein-Straße 7. Dort hat sie am Abend zuvor ihren 47-jährigen Bekannten Michael H. niedergestochen gefunden, in dessen Wohnung, in einer Blutlache liegend. "Ich habe sofort den Krankenwagen gerufen. Ein paar Minuten später war er da, aber die Sanitäter haben gleich gesagt, dass es zu spät ist", sagt die 18-Jährige. Für sie ist eine Welt zusammengebrochen: Der Täter war ihr Verlobter David N. (28).

Am Dienstagabend hatten Mandy und David das befreundete ältere Pärchen Heidemarie und Michael in der Einraumwohnung von Heidemarie besucht. Sie wohnt nur ein paar Treppenstufen über ihnen. Es wurde getrunken. Doch dann kam es zum Streit. Anlass dafür war ein Vergewaltigungsvorwurf, den die Freundin des Toten gegen einen engen Freund des Täters erhoben hatte. "Der war wie ein Vater für David, er selbst hatte keine Eltern mehr", sagt Mandy. Heidemarie habe sich aber in Widersprüche verwickelt. "Mein Verlobter und Michael sind sich deswegen an die Kehle gegangen", so Mandy. Das sei ihr zu viel geworden. Deshalb habe sie die Wohnung verlassen.

In der Zwischenzeit rastete David N. aus. In einem Wutanfall griff er zu einem rumliegenden Küchenmesser und stieß Michael H. die 20-Zentimeter-Klinge ohne Vorwarnung in die Brust, vor den Augen von Heidemarie. Er traf Herz und Lunge. Das Opfer hatte keine Chance, wie die rechtsmedizinische Sektion gestern Morgen ergab.

Zeugin berichtet: "Überall war Blut"

Um 23 Uhr kehrte Mandy in die Wohnung zurück, alarmiert durch einen Hilferuf Heidemaries. "Da habe ich dann Michael tot gefunden. Überall war Blut." David N. war nach der Tat in die eigene Wohnung geflohen, wo er etwas später der Polizei die Tür aufmachte. Schon gestern Mittag wurde er dem Amtsgericht Rostock vorgeführt, das gegen den 28-Jährigen Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erließ. David N. selbst schwieg bislang zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

Richtig fassen kann seine Verlobte Mandy die Situation auch Stunden nach der Tat noch nicht. "Ich fühle mich natürlich richtig schlecht", sagt sie. Bis 5.30 Uhr war sie bei der Polizei, um ihre Aussage zu machen. Die restliche Nacht hat sie in der Wohnung von David N. in der Albert-Einstein-Straße verbracht, wegen der Katzen. Nun geht es vorerst zur Mutter.

Die Nachbarn sind von der Bluttat in ihrem Haus schockiert: "Das ist echt krass. Eigentlich dachte ich, das wäre eine ruhige Gegend", sagt beispielsweise Daniel Freimark. Von dem ganzen Krach habe der Student aber nichts mitbekommen: "Ich habe ganz ruhig geschlafen." Das ist nun vorbei. "So wirklich sicher fühle ich mich jetzt nicht mehr."

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