Todesfälle in Schwerin bei Arzneitests

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14. Mai 2013, 08:52 Uhr

Schwerin | Bei Medikamententests eines westdeutschen Pharmakonzerns sollen nach Erkenntnissen eines Historikers in Krankenhäusern der DDR zehn Patienten gestorben sein. Zu den Todesfällen sei es bei Versuchen mit einem Mittel zur Blutdrucksenkung gekommen, sagte der Erlanger Medizinhistoriker Rainer Erices gestern in Schwerin. Drei Patienten seien im Bezirkskrankenhaus Schwerin, einer in Neubrandenburg gestorben.

Da es sich um Schwerstkranke handelte, sei nicht klar, warum sie starben. "Es gibt keine Schuldzuweisung", stellte Erices klar. Der Pharmakonzern habe das Mittel 1989 und 1990 an zwölf Kliniken getestet. Er habe Indizien dafür, dass Patienteneinver ständnisse teilweise nicht vorlagen. "Wir müssen davon ausgehen, dass hier eine Aufklärung nicht erfolgte und insofern solche Tests von der Gesetzgebung eigentlich nicht erlaubt waren, sowohl in Ost und West", sagte der Forscher.

Mecklenburg-Vorpommerns Verbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD) sagte: "Wenn Menschen durch die Tests zu körperlichen Schäden oder gar zu Tode gekommen sind, müssen die Fragen nach Schadensersatz und Ausgleichszahlungen geklärt werden."

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