Tod durch Fleischklopfer: DNA-Spuren ausgewertet

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18. Mai 2012, 09:37 Uhr

Rostock | Nico G., der seine Mutter mit einem Fleischklopfer erschlagen haben soll, war zur Tatzeit erheblich vermindert steuerungsfähig. Das bescheinigen die Gutachter, die am Mittwoch vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts gehört wurden. Keineswegs sei die Steuerungsfähigkeit dabei ganz aufgehoben gewesen. Er sei sich gewiss, dass Nico G., wie auch andere Angeklagte oft, überhöhte Trinkangaben gemacht habe, so der psychiatrische Sachverständige. Die rund drei Promille seien im Fall des Angeklagten als mittlerer Rausch zu werten. Es käme eben vor, dass ein Täter nach der Tat wie Nico G. einschläft.

Darüber hinaus liegt nun das Ergebnis der DNA-Spezialistin vor, wonach die Blutspriter im Gesicht des 21-jährigen Angeklagten eindeutig von der getöteten Mutter stammten. Des Weiteren bescheinigte der Gutachter dem Angeklagten gute intellektuelle Ressourcen. Er hätte erkennen müssen, dass Kopfschläge mit einem metallenen Fleischklopfer zum Tode führen können. Der Sachverständige schlug vor, den Angeklagten in einer Entziehungsanstalt unterzubringen, um seinen totalen sozialen Abstieg zu verhindern. Der Angeklagte ist geständig. Er berichtete, dass er schon lange Probleme mit seiner Mutter hatte, die sich nie um ihn und seine Brüder gekümmert habe. Deshalb sei er zu seinem Vater gezogen, mit dem er auch jetzt einen regelmäßigen Kontakt habe. Er möchte gerne Koch werden. Auch dafür hatte der psychiatrische Sachverständige einen Vorschlag. Es wäre besser, wenn der Angeklagte vor dem Maßregelvollzug in einer Entziehungsanstalt in den Strafvollzug käme, weil dort die Möglichkeiten für eine Ausbildung günstiger seien.

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