Forschung : Tisch für Bienen gedeckt

Ob die bis Anfang Oktober blühende Andenlupine für Bienen eine Nahrungsalternative sein könnte, will Bernd Hackauf in seinem Versuch herausfinden.
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Ob die bis Anfang Oktober blühende Andenlupine für Bienen eine Nahrungsalternative sein könnte, will Bernd Hackauf in seinem Versuch herausfinden.

Forscher vom Julius Kühn-Institut in Groß Lüsewitz suchen nach Nahrungsalternativen. Die Andenlupine steht aktuell im Fokus.

svz.de von
28. Juni 2016, 08:00 Uhr

Seit Anfang Juni herrscht auf den Versuchsfeldern des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Groß Lüsewitz eifriges Gesumme. Denn vier Bienenvölker haben hier ein neues Zuhause gefunden und sammeln fleißig Pollen – alles im Auftrag der Wissenschaft. „Wir wollen herausfinden, ob die Andenlupine auch einen Wert als Nahrungsquelle für Bienen hat“, sagt Bernd Hackauf, der das Projekt betreut. Bisher ist diese Pflanze, die ursprünglich vom südamerikanischem Kontinent stammt, für die Forscher vor allem für die energetische Gewinnung interessant. „Sie wächst hier fast unbegrenzt in die Höhe“, so Hackauf. Daher könnte sie im Sinne der Kulturenvielfalt eine Alternative für Mais als Biomasselieferant sein.

„Aber sie blüht auch recht lange, etwa von Mitte Juni bis Ende September“, so der Forscher. Daher könnte sie das Nahrungsangebot für Bienen um einige Wochen erweitern. „Denn nach der Rapsblüte finden die Bienen, übrigens das drittwichtigste Nutztier, kaum noch Pollen, den sie aber dringend als Eiweißspender zur Aufzucht des Nachwuchses brauchen“, weiß Hackauf. Um herauszufinden, ob die bis zu 320 000 Tiere vom Bienenzuchtzentrum Bantin, die auf den Versuchsfeldern umherfliegen, die Lupine anfliegen, sammeln die Forscher die Pollen mithilfe einer Pollenfalle ein, die sich am Eingang zum Stock befindet. „Die Öffnung ist gerade so groß, dass die Biene durchpasst. Die Pollen, die sie an den Beinen trägt, werden hier abgestreift. Im Labor können wir dann genau sehen, welche Pflanzen angeflogen wurden“, erklärt Bernd Hackauf. „Es wäre toll, wenn wir Landwirte mit der Andenlupine eine weitere Pflanze anbieten könnten, die nicht nur für die Bienen interessant ist, sondern aufgrund ihrer Funktion als Biomasselieferant auch wirtschaftlich attraktiv ist“, hofft der Forscher. Doch bis erste Ergebnisse vorliegen, wird es noch einige Jahre dauern. „Wir haben ja erst im Juni mit den Forschungen angefangen“, sagte Hackauf.

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