Rostock : Tierklinik ist katzenfreundlich

Ein Glück für Patienten wie Morle: Tanja Niggemeyer gilt als Katzenflüsterin.
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Ein Glück für Patienten wie Morle: Tanja Niggemeyer gilt als Katzenflüsterin.

Samtpfoten bekommen besondere Aufmerksamkeit für eine stressarme Behandlung. Rostocker Ärztin ist Spezialistin für Stubentiger

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11. März 2016, 12:00 Uhr

Die Rostocker Tierklinik wurde von der Internationalen Gesellschaft für Katzenmedizin als erste tierärztliche Einrichtung in MV als „Catfriendly Clinic“ ausgezeichnet – mit Goldstatus. Das freut flauschige Patienten wie die achtjährige Sunny. Im Wartezimmer ist sie von den Hunden getrennt, kann mit Frauchen künftig direkt ins Katzensprechzimmer – frei von Hundegeruch.

Zu verdanken haben sie die Initialzündung zu diesem Luxus der Katzenmedizinerin Tanja Niggemeyer. Die 45-jährige Tierärztin ist seit mehr als 20 Jahren eingefleischter Katzenfan und hat ihre Liebe zum Fachgebiet gemacht. Mit den Jahren hat sie die Bedürfnisse der Tiere immer besser zu verstehen gelernt – von den Basics wie „Futter und Toilette dürfen nicht nebeneinander sein“ bis zur hohen Schule. „Sie ist unsere Katzenflüsterin“, sagt Heike Rudnick von der Klinik. „Ich wollte, dass die Behandlung für die Tiere so stressfrei wie möglich ist“, sagt Niggemeyer. Da ihre rund 40 Kollegen und Klinik-Chef Dr. Jens-Christian Rudnick den Wunsch teilten, wurde die Klinik über sechs Monate hinweg katzenfreundlicher gestaltet.

„Katzen haben besondere Bedürfnisse“, sagt Dr. Rudnick. Hunde seien mehr auf den Menschen, Katzen stärker auf ihre Umgebung fixiert. Das mache sie zu schwierigeren Patienten, wenn sie nicht passend untergebracht sind. Bei Rudnick und Co. gibt es Katzen-Condos. Diese Einzelboxen verfügen über drei Abteile: die Toilette, eine geschützte Höhle für den Rückzug und einen größeren Bereich mit Aussichtsplattform. „So können wir sie auch besser beobachten“, sagt der Mediziner. Das steigere auch den Behandlungs- und Therapieerfolg. Nach der Optimierung hat die Rostocker Tierklinik eine dokumentierende Mappe bei der International Society of Feline Medicine, bei der Niggemeyer auch Mitglied ist, eingereicht und bekam ihr Zertifikat.

37 Prozent der tierischen Patienten der Tierklinik sind Katzen. „Bei ihnen spielen innere Erkrankungen häufig eine Rolle“, sagt Ärztin Penelope Baloi. Typisch für Katzen: Herz-, Hormon- oder Hauterkrankungen. Die Spezialistin für Bildgebung hat die Tiere seltener in MRT und Co. Sie haben weniger orthopädische Probleme als Hunde.

Hintergrund

  • Patienten: 80 bis 100 Tiere werden pro Tag in der Tierklinik behandelt. 37 Prozent sind Katzen, 60 Prozent Hunde und der Rest Heimtiere wie Kaninchen, Vögel, Meerschweinchen und Vögel. Jens-Christian Rudnick ist auch der Arzt der Zoo-Tiere.
  • Mitarbeiter: 42 Mitarbeiter hat die Klinik: Tierärzte, Tiermedizinische Fachangestellte, Lehrlinge und Mitarbeiter für Büro und Rezeption. Zur Klinik gehört auch das Tierheim.
  • Gebiete: Diagnostik (Bildgebung wie MRT, CT, Endoskopie und Labor), Augenheilkunde, Chirurgie, Orthopädie, Dermatologie, Innere Medizin, Kardiologie, Onkologie, Zahnheilkunde, Physiotherapie, Ernährungsberatung, Station
  • Öffnungszeiten: Die Klinik hat rund um die Uhr, an allen Wochen- und Feiertagen geöffnet. Mindestens drei Ärzte sind vor Ort.
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