Geplantes Wohngebiet : Tierheim sucht neue Bleibe

Die Tierklinik darf bleiben, aber das Tierheim muss an einen anderen Ort ziehen.
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Die Tierklinik darf bleiben, aber das Tierheim muss an einen anderen Ort ziehen.

Die Einrichtung muss umziehen – oder eine Kooperation eingehen

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04. September 2015, 15:00 Uhr

Für das geplante Wohngebiet Thierfelderstraße ist das Rostocker Tierheim mit seinen bellenden und zwitschernden Bewohnern zu laut und geruchsintensiv. Es muss umziehen, „wird sich verlagern“, sagt Chefstadtplaner Ralph Müller. Eine Option sind aufgegebene Gewerbebetriebe entlang der Bahnstrecke Bramow–Marienehe, bestätigt Jens-Christian Rudnick, Geschäftsführer der Tierklinik-Tierheim GmbH.

Allerdings gebe es derzeit keine konkreten Verhandlungen. Und der Standort an den Bahngleisen sei nur eine von mehreren Varianten, so Rudnick: „Das behalten wir im Hinterkopf für den Fall, das nichts anderes klappt.“ Er zieht alternativ eine Kooperation mit dem Rostocker Tierschutzverein in Betracht, der das Tierheim Schlage betreibt. „Wir wären dann mit der Klinik weiter als Service- und Erstanlaufstation für die Stadt da“, sagt Rudnick. „Das wäre gut für die Tiere und gut für die Bürger.“ Aber auch zu dieser Variante seien die Gespräche noch nicht abgeschlossen.

Im Baugebiet Thierfelderstraße sollen 250 bis 300 Wohnungen entstehen. Auch der Neubau einer zweiten Kita sei denkbar, so Stadtplaner Müller. Zudem sieht der B-Plan, über dessen Aufstellung die Bürgerschaft am kommenden Mittwoch entscheidet, Erweiterungsmöglichkeiten für die Tierklinik vor. Deren Bedarf sei momentan zwar gedeckt, so Rudnick, eine künftige Ausweitung schließt er aber nicht aus. Allein die Zahl der Tierärzte sei seit Anfang der 90er-Jahre von drei auf 15 gestiegen. Und erst Ende vergangenen Jahres ist die Einrichtung dank neuer Container um knapp 100 Quadratmeter gewachsen.

Im Heim nebenan versorgen die Mitarbeiter aktuell etwa 30 Hunde und 60 Katzen. Darüber hinaus beherbergt das Kleintierhaus, das Anfang Mai eingeweiht wurde, rund 15 Kaninchen. Hinzu kommen beispielsweise Meerschweinchen und Wellensittiche. „Insgesamt nehmen wir im Durchschnitt zwischen 750 und 900 Tiere pro Jahr auf“, sagt Rudnick. Dabei kooperieren Heim und Klinik auch mit der Tierrettung der Feuerwehr und mit dem Zoo, dessen Mitarbeiter besonders exotische Tiere betreuen können. Viele der Heimbewohner würden aber innerhalb weniger Stunden von ihren Besitzern wieder abgeholt, so Rudnick.

Der Geschäftsführer wollte Klinik und Heim schon 2012 im Tannenweg ansiedeln. Dieses Vorhaben scheiterte aber am Widerstand der Anwohner. „Das waren berechtigte Einwände damals“, sagt Rudnick. Er ist froh, dass nun zumindest die Klinik an dem Standort bleiben kann, an dem sie seit 1952 zu Hause ist.

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