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Mecklenburg-Vorpommern : Tierärzte bestehen auf Massenbehandlung

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Rebellion in der Praxis: Mecklenburg-Vorpommerns Tierärzte lehnen sich gegen Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auf und verteidigen den bisherigen Medikamenteneinsatz bei allen Tieren eines Bestandes.

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erstellt am 09.Feb.2012 | 12:06 Uhr

Schwerin | Rebellion in der Praxis: Mecklenburg-Vorpommerns Tierärzte lehnen sich gegen Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auf und verteidigen den bisherigen Medikamenteneinsatz bei allen Tieren eines Bestandes. Nach dem in deutschen Geflügelbeständen festgestellten massenweisen Antibiotikaeinsatz hatte Backhaus von den Tierärzten in MV neue Strategien für die Medikamentengabe in Tierbeständen gefordert. Tierarznei dürften nicht als Zwangsbehandlung für den gesamten Bestand eingesetzt werden, so Backhaus. "Tierärzte verdienen mit Medikamenten ihr Geld, nicht mit Beratung. Das muss aufhören", hatte er in einem Gespräch gegenüber unserer Redaktion erklärt. Die Veterinäre hätten dem "Geschöpf zu dienen" und nicht "Medikamente zu transportieren".

Diese Darstellung diskriminiere den Berufsstand und gehe an der Lebenswirklichkeit vorbei, wies jetzt der Präsident der Landestierärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Rolf Pietschke, die Vorwürfe zurück. Bestandsbehandlungen seien nicht vermeidbar. Pietschke: "Wie soll denn eine Einzelbehandlung z.B. in einem Masthähnchenbestand von 27 000 bis 30 000 Tieren funktionieren?"

Der Berufsstand fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt: Tierärzte seien die "berufenen Beschützer der Tiere, erklärte der Kammerpräsident. " Der Tierarzt ist berufen, Leiden und Krankheiten der Tiere zu verhüten, zu lindern und zu heilen, zur Erhaltung und Entwicklung eines leistungsfähigen Tierbestandes beizutragen, den Menschen vor Gefahren und Schädigungen durch Tierkrankheiten sowie durch Lebensmittel und Erzeugnisse tierischer Herkunft zu schützen und auf eine Steigerung der Güte von Lebensmittel tierischer Herkunft hinzuwirken; damit dient er zugleich der menschlichen Gesundheit."

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