Theaterzelt lässt die Hüllen fallen

<strong>Bevor Zeltkrone und Dach heruntergelassen werden</strong>, nehmen Joseph Helbig (l.) und Andreas Flux zusammen mit ihren Kollegen von der Firma Wagner die Seitenwände heraus. <fotos>Fotos: Georg Scharnweber</fotos>
1 von 2
Bevor Zeltkrone und Dach heruntergelassen werden, nehmen Joseph Helbig (l.) und Andreas Flux zusammen mit ihren Kollegen von der Firma Wagner die Seitenwände heraus. Fotos: Georg Scharnweber

svz.de von
06. Juni 2012, 09:49 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | "Morgen, spätestens Freitag ist das Theaterzelt Geschichte", sagt Kay Claus Volbehr, Mitarbeiter der Abteilung Technik und Ausstattung des Rostocker Volkstheaters. Und tatsächlich ist das weiße Spitzdach am Werftdreieck so schnell abgebaut worden, dass der angedachte Zeitplan ganze zehn Tage früher erfüllt ist. Die Firma Theaterzelte Wagner Promotion GmbH hat extra mehr Mitarbeiter für den Abbau anreisen lassen. Zehn Männer verladen die riesige Spielstätte innerhalb von wenigen Tagen in zehn Lkw. "Jetzt ist schließlich Hauptsaison für Zelte und alle Einrichtungen, die für Sommerfestivals oder Ähnliches gebraucht werden", so Volbehr. Die WC-Anlage, die als Erstes abgebaut wurde, wurde beispielsweise direkt zu ihrem nächsten Einsatzort gebracht.

Mitarbeiter freuen sich auf Rückkehr ins Große Haus

Gestern haben die Männer die Seitenwände des Hauptzeltes abmontiert. In einem nächsten Schritt wird die Zeltkrone mechanisch heruntergefahren. Danach kann das aus vier Teilen zusammengesetzte Dach zusammengerollt und verladen werden. Volbehr ist für die Logistik des Abbaus zuständig. Fünf Arbeiter des Theaters haben innerhalb von zweieinhalb Tagen das Innenleben des Zeltes ausgebaut. Im Anschluss haben sie zusammen mit den Kollegen der Firma Wagner Bühne und Tribüne abmontiert. Gerade mal anderthalb Tage waren dafür nötig. Bei den Profis sitzt jeder Handgriff. Auch die 17 Container, in denen seit Ende vergangenen Septembers die Garderoben und sonstigen Backstage-Bereiche untergebracht waren, sind längst abtransportiert.

Auch wenn das Theaterzelt als Übergangslösung ein Erfolg war, wie Volbehr resümiert, freut er sich auf die Rückkehr ins Große Haus: "Dieser besondere Spielort war schon eine Belastung sowohl für die Technik als auch für die Kunst." Ungewöhnlich sei beispielsweise gewesen, im Zelt Theater ohne Obermaschinerie zu machen. "Wir konnten zwar etwas anhängen, aber das Bühnenbild nicht verwandeln", erklärt der Experte. Darum mussten Bühnenbilder angepasst oder für die Bedingungen im Zelt entworfen werden. Außerdem war die Zelt-Bühne kleiner als die Spielfläche im Großen Haus. "Aber die Bühnentechnik hat diese Herausforderungen gut gemeistert", lobt Volbehr die Kollegen. Auch die Firma Wagner habe sich bei der Beheizung schnell auf die Anforderungen eines Theaters mit quasi 24-Stunden-Betrieb eingestellt. Schließlich wurde die Bühne sowohl für Vorstellungen als auch für Proben genutzt.

Wenn die letzten Zeltwände abtransportiert sind, machen sich die Theatermitarbeiter an die Räumung des Fundaments. Der aufgebrachte Schotter muss wieder runter von der Wiese. 150 Meter frostsicher verlegte Wasserleitungen müssen aus der Erde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen