Theaterpolitik in der Kritik

Im Maßstab 1:25 ist das Bühnenbild für die Halle 207 im Modell dargestellt.
Im Maßstab 1:25 ist das Bühnenbild für die Halle 207 im Modell dargestellt.

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14. Oktober 2011, 10:43 Uhr

Rostock | Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Theater- und Orchesterpolitik der Hansestadt Rostock und von Kultursenatorin Liane Melzer (SPD). Damit reagiert die DOV auf Melzers Erklärung, auf die Theatermitarbeiter würden "bittere Einschnitte" zukommen. "Der Umgang mit dem Volkstheater Rostock, der Norddeutschen Philharmonie und den betroffenen Beschäftigten ist ein bundesweit einmaliger Skandal im Kulturbetrieb", sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Die Theater-GmbH sei von Anfang an unterfinanziert gewesen, die Mängel am Großen Haus lange bekannt. "Nun sollen für diese Versäumnisse der Stadt die Beschäftigten zur Kasse gebeten werden. Das ist eine einzigartige Frechheit", so Mertens weiter. Die DOV fordert die Stadt zu einem klaren Bekenntnis für den Theater- und Orchesterstandort auf.

FDP-Fraktionsvorsitzender Ulrich Seidel legt Melzer aufgrund der aktuellen Ereignisse erneut nahe, als Vorsitzende des Theater-Aufsichtsrates zurückzutreten. Ihr Amt als Kultursenatorin, in dem sie Leitlinien vorgibt, stehe in Konkurrenz mit ihrem Mandat im kontrollierenden Aufsichtsrat. "Schwerwiegend finde ich, dass sie der Geschäftsführung nun öffentlich den Schwarzen Peter zuschieben will", so Seidel.

Eva-Maria Kröger, Fraktionsvorsitzende der Linken und ebenfalls Mitglied im Aufsichtsrat, kritisiert Melzers öffentliche Erklärung: "Das ist kein fairer Umgang mit den Angestellten der GmbH." Derartige Kürzungen würden zunächst im Aufsichtsrat, in der Bürgerschaft und gemeinsam mit dem Personalrat diskutiert. "Einen Gefallen hat sie dem Theater nicht getan", sagt Kröger.

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