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Theater seit einem Jahr dicht: Wiedereröffnung im Juni

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erstellt am 22.Feb.2012 | 10:27 Uhr

Rostock | Genau ein Jahr ist es heute her, dass im Großen Haus des Rostocker Volkstheaters der letzte Vorhang fiel. Erhebliche Brandschutzmängel sorgten damals für die sofortige Schließung. Damit begann das schwierigste Jahr in der Geschichte des Theaters: Regelmäßig musste um Ersatzbühnen und Finanzierungsmodelle gekämpft werden. Inzwischen gibt es einen neuen Geschäftsführer und einen neuen Generalmusikdirektor. Beide sollen das Haus auf einen erfolgreicheren Kurs bringen.

Derzeit wird die Spielstätte in der Doberaner Straße 134/135 saniert. Eine Übergangslösung, denn spätestens zum großen Stadtjubiläum am 24. Juni 2018 soll der Theaterneubau eingeweiht werden. Bei den jetzigen Baumaßnahmen werden vor allem die Brandschutzmängel beseitigt. "Gerade sind wir dabei, die aufwändige Sprinkleranlage im gesamten Gebäude zu installieren", sagt Geschäftsführer Stefan Rosinski. Eine sehr teure Maßnahme, dennoch soll der festgelegte finanzielle Rahmen in Höhe von 2,9 Millionen Euro nicht gesprengt werden.

Mit der Aufführung des Musicals "West Side Story" Anfang Juni dieses Jahres soll das Große Haus wiedereröffnet werden. Die größte Sorge Rosinskis: Die Verzögerung der Fertigstellung durch unvorhersehbare Baumängel. "Aktuell liegen wir noch im Zeitplan. Doch täglich entdecken wir Dinge, mit denen wir nicht gerechnet haben." Mit der Eröffnung der sanierten Spielstätte und dem Sommerprogramm geht es für den neuen Geschäftsführer vor allem darum, wieder mehr Zuschauer für das Volkstheater zu gewinnen. Um die Attraktivität des Hauses zu erhöhen, werden auch kleine Schönheitsreparaturen, unter anderem im Foyer, vorgenommen. "Die hässlichen Brandschutzvorhänge werden wir durch die Sprinkleranlage und moderne Türen ersetzen", so Rosinski.

Vor allem das Ensemble dürfte sich auf ihre neue-alte Spielstätte freuen, denn seit der Schließung im Februar 2011 wurde ihnen viel abverlangt. So mussten die Mitarbeiter sich an Ausweichbühnen wie Stadthalle, Barocksaal oder Nikolaikirche anpassen. Zuvor war der Höhepunkt die Premiere von "Effi Briest" am 26. März vor leeren Rängen. Kameras übertrugen das Spiel ins Internet. Ein Erfolg, denn um die 10 000 Nutzer verfolgten das Stück - einige sogar in den USA, Griechenland und Frankreich.

Im Juni 2011 gab es die erste große Entscheidung zur Zukunft des Volkstheaters: Ein Theaterzelt am Werftdreieck sollte als Ersatzbühne dienen. Bereits im Juli begann der Aufbau. Bis zu 450 Besucher finden hier seitdem Platz - das sind 100 weniger als im Großen Haus. "Das Zelt hat uns sehr gute Dienste geleistet", sagt Rosinski. Mittlerweile gebe es viele Wochenenden, an denen die Vorstellungen ausverkauft seien. "Wir haben ähnliche Zahlen wie vor einem Jahr im Großen Haus", so Rosinski. Dennoch seien die Kosten für die Ersatzbühne mit 20 000 Euro monatlich sehr hoch. Unterm Strich habe das Theater mit der Ausweichspielstätte ein Minus von 1,4 Millionen Euro gemacht. Mit der Wiedereröffnung des Großen Hauses soll das Theaterzelt am Werftdreieck abgebaut werden.

Wenn es nach Rosinski geht, sind trotz der Sanierung auch die Tage für das Große Haus gezählt. Es handle sich lediglich um eine Übergangsmöglichkeit, bis das neue Theater gebaut ist. Für ihn kommt dann nur der Abriss und der Verkauf des Grundstücks in der Doberaner Straße 134/135 in Frage. "Um die Spielstätte auf den neuesten Stand zu bringen, müssten wir Millionen in den Standort investieren."


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