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24. November 2017 | 12:24 Uhr

Theater: Rostock will mitverhandeln

vom

svz.de von
erstellt am 10.Apr.2013 | 09:14 Uhr

Rostock | Rostock will jetzt doch an den Verhandlungstisch: Die Bürgerschaft beschloss gestern Abend Gespräche zu einer möglichen Fusion des Volkstheaters mit dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin. Schon morgen will eine Delegation um Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) ins Kultusministerium fahren. "Wir sind bereit, mit der Landeshauptstadt und der Landesregierung über eine zukunftsfähige Theater- und Orchesterstruktur zu reden", sagt Methling. Dabei will Rostock aber auch auf die Unterstützung des Landes für einen Theaterneubau und die Verteilung von Fördermitteln nach Einwohnerzahlen drängen.

Theatergeschäftsführer Stefan Rosinski reagierte zurückhaltend auf den Beschluss der Bürgerschaft: "Heute ist eine Entscheidung in Rostock gefallen. Aber was die Schweriner dazu sagen, wird noch mal interessant." Denn die Landesregierung und die Landeshauptstadt haben bereits vor Wochen eine Absichtserklärung, den so genannten Letter of Intent, unterschrieben. Darin legten sie sich auf die Prüfung einer Fusion fest - notfalls, ohne Rostock an den Detailplanungen zu beteiligen. Zuvor hatte Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) damit gedroht, finanzielle Unterstützung einzustellen, wenn Rostock sich gegen Verhandlungen sperrt.

Nach dem Willen der Hansestadt sollen nun drei Varianten der Zusammenarbeit geprüft werden: eine komplette Fusion, der Zusammenschluss beider Orchester oder der Erhalt eines eigenständigen Volkstheaters mit möglichst großer Kooperation. "Wir müssen verhandeln. 50 Prozent unserer Theaterfinanzierung kommen vom Land", sagte Kultursenatorin Liane Melzer (SPD). Der Beschluss zur Gesprächsaufnahme fiel mit breiter Mehrheit. SPD, CDU, Grüne und Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09 stimmten nach einer emotionalen Debatte dafür. Harsche Kritik kam hingegen von der Fraktion der Linkspartei. "Das ganze Verfahren ist nur Show. Seit 2011 steht bereits fest, was das Land will: Das ist die Vollfusion", sagte Steffen Bockhahn. Damit sei das Ende des Volkstheaters in seiner jetzigen Form absehbar. Mit ihrem in letzter Minute vorgestellten Alternativvorschlag, eine Arbeitsgruppe nur mit der Stadt Schwerin ohne Beteiligung der Landesregierung zu gründen, scheiterten die Linken allerdings in der Bürgerschaft.

Befürchtungen der Linken teilte auch Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Das Vorgehen des Landes laufe schlimmstenfalls darauf hinaus, das Schweriner Theater mit Geld von Rostocker Steuerzahlern zu finanzieren. Die Prüfung der Fusionsmodelle biete aber auch die Möglichkeit, deren Defizite aufzuzeigen. "Ich glaube nicht an den wirtschaftlichen Erfolg", sagte Bachmann.

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