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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. Dezember 2017 | 03:25 Uhr

volkstheater : „Theater muss unter die Haut gehen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Schauspielerin Andrea Stache-Peters hat ihre letzte Vorstellung

von
erstellt am 17.Jul.2015 | 20:19 Uhr

Andrea Stache-Peters ist eine Erscheinung. Unglaublich präsent, strahlt sie eine Lebensfreude aus, die ansteckend ist. Auf der Bühne bewegt sie sich souverän. Das sei nicht immer so gewesen, gesteht die Schauspielerin. „Ich habe erst in den letzten, vielleicht 15 Jahren zu dieser Selbstsicherheit gefunden, zum Glauben an mich.“ Und das gerade jetzt, fügt sie lachend hinzu, da sie morgen ihre letzte Vorstellung hat, bevor sie in den Ruhestand geht.

1949 in Radebeul bei Dresden geboren, kam Andrea Stache-Peters zum Studium nach Rostock. „Du bist keine Schauspielerin“, hatte ihr Vater bis dato immer gesagt und damit gemeint, dass es ihr an dem Drang fehle, sich in den Vordergrund zu spielen. „Trotzdem habe ich es rigoros durchgeboxt, doch diesen Beruf zu ergreifen“, erzählt Andrea Stache-Peters. In gewisser Weise habe ihr Vater aber recht behalten: „Ich hatte lange damit zu kämpfen, wenn ich eine Rolle, die ich wollte, nicht bekam.“ Das habe sie nicht gut wegstecken können und sich mit Selbstzweifeln gequält. Heute habe sie das überwunden.

Womit sie sich hingegen schon immer wohlgefühlt habe, ist das Inszenieren. Andrea Stache-Peters führt regelmäßig Regie an der Niederdeutschen Bühne und gründete 1991 in Ribnitz-Damgarten die Theatergruppe Schlündelgründer. Die Leitung hatte sie eine zeitlang abgegeben und will sie nun, mit etwas mehr Zeit, wieder übernehmen.

Nach ihrem Studium ging Andrea Stache-Peters nach Plauen, eine Zeit, an die sie gern zurückdenkt. Als freischaffende Künstlerin kehrte sie dennoch nach Rostock zurück und wurde 1981 festes Mitglied im Ensemble des Volkstheaters. 64 Schauspieler seien sie damals gewesen. „Unter Perten war das Ensemble überregional für seine Qualität bekannt“, erinnert sie sich. Heute sei das vorbei – für Andrea Stache-Peters ein Phänomen, das mit dem generellen Abbau von Kultur und Bildung einhergehe. „Theater vermittelt heute nur noch selten Wertvorstellungen.“ Umso mehr freut es sie, dass das Singspiel „Im weißen Rössl“ so gelungen sei – etwas, das sie nicht erwartet hätte. „Theater muss unter die Haut gehen“, sagt Andrea Stache-Peters. Und Regisseur Lars Franke schaffe das.

Auch nach ihrem offiziell letzten Vorhang will Andrea Stache-Peters weiter auf der Bühne stehen. Nach Aufhören ist ihr nämlich noch gar nicht zumute.

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