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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 04:53 Uhr

Theater-Geschäftsführer setzt auf den Neubau

vom

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2012 | 05:22 Uhr

Rostock | In der Diskussion um die Zukunft der Theaterlandschaft in MV sieht der Rostocker Theaterverwaltungschef Stefan Rosinski im Neubau des Volkstheaters die beste Lösung für die Hansestadt und auch das ganze Land. "Mit dem knapp 60 Millionen Euro teuren Neubau für ein Mehrsparten-Angebot werden verschiedene Zielgruppen erreicht, und es gibt ein gesundes Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben", so Rosinski. Mit dem Neubau werde die Konsolidierung der prekären Finanzsituation erreicht.

Rosinski kritisierte Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD), der jüngst ein Münchener Beratungsunternehmen beauftragt hat, Vorschläge für die künftige Theaterstruktur in MV zu erstellen. "Es zeigt die herrschende Hilflosigkeit, sich von einer Managementfirma ein kulturpolitisches Konzept entwickeln zu lassen." Von den neun per Internet auch zur öffentlichen Abstimmung stehenden Vorschlägen führten acht nach Ansicht Rosinskis nur zu einer Verbesserung der Landesfinanzen, aber gleichzeitig zu einer solchen Ausdünnung des Angebotes, dass am Ende die Theater sterben werden. Einzig das Modell der Vollfusion der Theater von Schwerin und Rostock würde bei den Kommunen dem vorgelegten Papier zufolge zu einer Kosteneinsparung führen. Gleichzeitig würde aber Rostock zu einer Außenspielstätte von Schwerin, da in der Landeshauptstadt die Infrastruktur besser ist. "Die Rostocker müssen sich überlegen, ob sie diesen gravierenden Qualitätsverlust hinnehmen wollen."

Eine solche Entscheidung wäre laut Rosinski auch von bundesweiter Tragweite: "Mecklenburg-Vorpommern denkt darüber nach, das Theaterangebot in der größten Stadt und am wirtschaftlich und touristisch stärksten Standort so zu verkleinern, dass es letztlich marginalisiert wird." Rosinski sieht zurzeit den ganzen Theaterstandort Rostock gefährdet. Das alte Volkstheater sei maximal noch sechs bis acht Jahre bespielbar, nachdem die Stadt dort jahrzehntelang kaum investiert hat. Es gebe jetzt den Vorschlag von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), den bisherigen Zuschuss in Höhe von 15,5 Millionen Euro von 2014 auf 10,5 Millionen Euro im Jahr 2018 zu kürzen. "Das bedeutet, dass am Ende noch einzig das Schauspiel übrigbleibt", betonte Rosinski. "Es kann doch nicht nur um Betriebswirtschaft gehen, sondern doch wohl in erster Linie um die kulturelle Identität einer Stadt."

Ein Ein-Sparten-Theater rechne sich wirtschaftlich nicht, die Zielgruppe sei zu klein. Das Volkstheater hat momentan ein Vier-Sparten-Angebot von Konzert, Schauspiel, Ballett und Musiktheater. Was bei einer Reduzierung auf das Schauspiel übrig bleibe, könne in Oberhausen begutachtet werden. "Das ist ein Desaster. Dort werde immer weniger gespielt, sie haben bundesweit im Stadttheatervergleich den höchsten Zuschuss pro Eintrittskarte und kommen seit Jahren nicht aus der Schließungsdiskussion."

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