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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 12:05 Uhr

Theater: Geldspritze rückt in die Ferne

vom

svz.de von
erstellt am 27.Dez.2012 | 07:45 Uhr

Rostock | Der Streit zwischen dem Kultusministerium und dem Rostocker Rathaus um die Rettung des Volkstheaters spitzt sich weiter zu. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zeigt sich Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) enttäuscht über Methlings bisheriges Vorgehen in der Frage: "Mit Bedauern und Überraschung nehme ich Ihre Entscheidung zur Kenntnis, die der Stadt angebotene Finanzhilfe für das Rostocker Volkstheater in Höhe von 500 000 Euro nicht in Anspruch zu nehmen." Er fordert ein schriftliches Bekenntnis vom OB zum Volkstheater - indem er den Rettungsbeschlüssen der Bürgerschaft folgt, einen geordneten Theaterbetrieb im Jahr 2013 gewährleistet und den Ausgleich des Theater-Minus sicherstellt. Da Methling dem nicht nachgekommen sei, sei eine Auszahlung aus Landesmitteln nicht möglich.

Hintergrund: Methling hatte einem Beschluss widersprochen, mit dem die Rostocker Bürgerschaft bis zu 1,3 Millionen Euro als Rettung für die von der Insolvenz bedrohte Bühne freigeben wollte. Seine Begründung: Es gebe keine Deckungsquelle für diese Ausgabe. Auch nachdem das Kultusministerium eine finanzielle Unterstützung der Stadt zur Bedingung für die halbe Million vom Land gemacht hatte, hielt Methling an seinem Widerspruch fest.

Das Rostocker Rathaus betont allerdings, dass Methling die Voraussetzungen für die Finanzspritze des Landes erfüllt habe - und die Unterstützung des Landes keineswegs abgelehnt habe. Wie gefordert habe Methling die Dringlichkeit für die Soforthilfe nachgewiesen, den Fördermittelbescheid unterschrieben sowie eine korrekte Verwendung der Mittel versichert.

Allerdings habe Brodkorb in seinem Schreiben neue Forderungen aufgestellt, denen Methling nicht nachkommen könne. "Wenn Minister Brodkorb die finanzielle Unterstützung des Volkstheaters Rostock an Bedingungen koppelt, die meine Rechte und Pflichten als Oberbürgermeister berühren, kann ich dies nicht hinnehmen", so Methling.

Gänzlich ohne Zuschüsse droht dem Volkstheater schon binnen der nächsten Wochen die Insolvenz. Die Diskussion um die kurzfristige Abwendung der Pleite findet vor dem Hintergrund der Debatte zur Theaterstruktur des Landes statt. Ziel des Ministers ist es, die Gespräche zwischen Rostock und Schwerin zu einer möglichen Bühnenfusion voranzutreiben. Auch das kooperative Verhalten Rostocks und die Aufnahme von Gesprächen war zunächst eine der Bedingungen für das Geld vom Land.

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