Kultur in Rostock : Theater-Diskussion vertagt

Musik- und Tanztheater droht weiterhin das Sparten-Aus in Rostock.  Fotos: Äntz
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Musik- und Tanztheater droht weiterhin das Sparten-Aus in Rostock. Fotos: Äntz

Erst soll Beraterfirma überarbeitetes Gutachten vorstellen / Künftige Struktur bleibt weiter ungeklärt

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04. Dezember 2014, 11:50 Uhr

Die Zukunft des Volkstheaters bleibt weiter offen. Die Bürgerschaft hat eine Entscheidung über eine mögliche Spartenschließung gestern ohne Diskussion bis zu ihrer Sitzung am 28. Januar vertagt. Sie will zunächst die Ausführungen der Beraterfirma Actori zu deren noch einmal überarbeiteten Gutachten abwarten. Das Treffen dazu soll am Montag stattfinden. Actori hatte zuletzt betont, keine Empfehlung für eine Vorzugsvariante abgegeben zu haben.

Anders die Rostocker Stadtverwaltung. Durch ihre Beschlussvorlage sahen sich die Bürgerschaftsmitglieder unter Druck gesetzt, denn dieser zufolge sollten sie sich schon vor Einbeziehung der Einwohner auf ein Zwei-Sparten-Modell festlegen. Erst im Anschluss daran hatte das Rathaus die Einrichtung eines Internet- und Bürgerforums vorgesehen, über welche die Einwohner Gelegenheit zur Mitgestaltung bekommen sollten.

Nach dem bislang favorisierten Modell der Verwaltung sollen die Sparten Musik- und Tanztheater ab Sommer 2017 geschlossen werden. Das hätte für 68 Mitarbeiter der Bühne das Aus zur Folge. Die Aufführungen in diesen Bereichen sollen durch eingekaufte Vorstellungen anderer Theater und Gruppen ersetzt werden, allerdings in deutlich geringerem Umfang. Anders sei laut Rathaus die Zielvereinbarung nicht einzuhalten, die von der Bürgerschaft im Oktober beschlossen worden war. Darin ist die Deckelung der öffentlichen Zuschüsse von Stadt und Land auf dem derzeitigen Niveau festgeschrieben. Das Volkstheater bekommt demnach bis 2020 jährlich 16,7 Millionen Euro. Den Berechnungen des Rathauses zufolge würden die Kosten ohne Neustrukturierung 2020 fast 2,7 Millionen Euro mehr betragen.

Das Volkstheater hatte dem zuletzt widersprochen und erklärt, auch mit einem Vier-Sparten-Theater die Zuschuss-Deckelung einhalten zu können – unter anderem durch gesteigerte Eigeneinnahmen.

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