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20. Oktober 2017 | 09:12 Uhr

Theater-Debatte: Rostock zeigt sich solidarisch

vom

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2012 | 08:41 Uhr

Rostock | Anfang November fährt Rostocks Oberbürgermeister nach Schwerin. Roland Methling (parteilos) hat dann einen Termin im Kultusministerium, bei dem die Politiker über die künftige Theaterstruktur des Landes ins Gespräch kommen wollen. Und nun ist auch klar, welche Variante aus dem derzeit heiß diskutierten Metrum-Konzept Methling dann befürworten wird: Variante 1 - der Status quo oder die Autonomie, wie es in dem Landes-Papier heißt. Der Clou dabei: Methling will zusätzlich ein an die Einwohnerzahl gebundenes Finanzierungsmodell ins Spiel bringen. Bislang erhält das Rostocker Volkstheater Landeszuschüsse entsprechend seiner Besucherzahlen. Das Metrum-Konzept sieht in der Variante 1 ein so genanntes Matching-Funds-Prinzip vor, bei dem das Land nur so viel Mittel beisteuern würde wie die Kommune.

Methling rechnet sich mit seinem Vorschlag für das Volkstheater einen Zuschuss aus, der rund 25 Prozent der Landesmittel beträgt. Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer der Volkstheater Rostock GmbH, erklärt: Die kommunalen Gelder, die vom Land entsprechend dem Finanzausgleichsgesetzt (FAG) an die einzelnen Theater im Land ausgereicht werden, würden sich für die Rostocker Bühne damit von jetzt 7,5 Millionen Euro auf dann 9,2 Millionen erhöhen. Und das, so der Theater-Chef, sei schon eine erhebliche Steigerung. "Alles weitere, so hat es der Oberbürgermeister versichert, entwickeln wir dann eigenständig", berichtet Rosinski.

Seine Entscheidung für die Variante 1 begründet Methling mit Solidarität: "Die Hansestadt Rostock wird keine Variante unterstützen, die andere diskriminiert oder über ihre Köpfe hinweg entscheidet", erklärt der Rathaus-Chef. Die Stadt werde sich an keiner Diskussion beteiligen, deren Ausgang zu Lasten Dritter gehen könne.

Am Montag hatte sich Methling mit Kultursenatorin Dr. Liane Melzer (SPD) und der Theaterleitung zu einem Gespräch getroffen. Gemeinsam haben sie die neun von der Landesregierung in die Diskussion eingebrachten Modelle erörtert. "Wirklich zielorientiert ist für Rostock nur die Variante Leuchtturmtheater Mecklenburg", sagt Rosinski. Dabei erhielten sowohl das Volkstheater als auch das Mecklenburgische Staatstheater den Bärenanteil an Landesförderung - das allerdings zu Lasten der anderen Bühnen im Land. Genau hier liegt für Methling aber der Knackpunkt. Und in seiner solidarischen Haltung erfährt der OB Unterstützung von der Theaterleitung. "Das ist ein guter Standpunkt", findet Rosinski. Morgen wird er zusammen mit Intendant Peter Leonard zu einem weiteren klärenden Gespräch mit Staatssekretär Sebastian Schröder (SPD) nach Schwerin fahren. Ein erstes hatte es am vergangenen Freitag gegeben.

Ob Methling den Termin im Kultusministerium Anfang November wahrnehmen wird, bleibt angesichts seiner Solidaritätserklärung abzuwarten. Darüber hinaus ist Rostocks Oberbürgermeister nach jahrelangen Gesprächen mit dem Land und der Stadt Schwerin über mögliche Kooperationen mittlerweile regelrecht erbost. Auch im Vorfeld der jetzigen Debatte, erklärt Methling, seien Vorschläge aus Rostock nicht berücksichtigt worden. "Dies bedauere ich sehr", so der Rathaus-Chef. Die Landeshauptstadt spricht sich derweil deutlich für eine Fusion der Theater in Rostock und Schwerin aus - zuletzt Staatstheater-Intendant Joachim Kümmritz. Rostocks OB darf laut Bürgerschaftsbeschluss keine Gespräche in diese Richtung führen. Eine Fusion war wiederholt abgelehnt worden.

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