Bauprojekt in Rostock : Theater: Christinenhafen gewinnt

Ein Theater im Stadthafen ist die Vorzugsvariante von Klaus Petersen (r.) und Roland Methling.  Fotos: tohi
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Ein Theater im Stadthafen ist die Vorzugsvariante von Klaus Petersen (r.) und Roland Methling. Fotos: tohi

Die Wettbewerbsjury spricht sich knapp für den Standort am Wasser und gegen den Bussebart aus. Jetzt kommt es auf die Bürgerschaft an

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20. Dezember 2014, 16:00 Uhr

Vorzugsvariante Christinenhafen: Mit einer Stimme Mehrheit hat sich die Jury des städtebaulichen Ideenwettbewerbs für ein Theater direkt am Wasser ausgesprochen. Auf dem Bussebart hingegen und an der L 22 sollen kleinere Häuser entstehen, die sich an der Struktur der Nördlichen Altstadt orientieren. Wie genau die Neubauten aussehen werden, soll ein Realisierungswettbewerb 2016 klären – vorausgesetzt, auch die Bürgerschaft stimmt dem Siegerentwurf zu.

Er stammt vom Berliner Büro gmp International und stellt das Theater auf einen Sockel. Dieser gleicht den Höhenunterschied zur Nördlichen Altstadt aus, von der aus eine Fußgängerbrücke die Hauptstraße überquert. Außerdem ermöglicht der Sockel auf der Westseite eine Terrassentreppe „mit Blick genau auf die Abendsonne“, sagt Jury-Vorsitzender Klaus Petersen, der auch den Gestaltungsbeirat leitet.

Vor der Terrassentreppe sei noch genügend Platz für die vorgegebenen 8000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche, die für Weihnachts- und Pfingstmarkt sowie Hanse Sail benötigt werden. „Das Theatergebäude kann eine Art Ikone sein, die über Strahlkraft verfügt“, sagt Petersen, der zugleich klarstellt: „Die Planer bleiben auf dem Teppich und greifen den stadteigenen Charme auf – wir sind hier nicht in Sydney.“ Die Gestaltung des Eingangs in die Lange Straße sei mit den kleinteiligen Häusern ebenfalls sehr gelungen und sensibel gelöst.

Der Entwurf hebe sich so stark von den anderen Vorschlägen ab, dass kein zweiter, sondern zwei dritte Plätze in der Variante Theater im Stadthafen vergeben wurden, so Petersen. Den Wettbewerb am Theaterstandort Bussebart haben Olaf Kobiella Architekt und Birke Zimmermann Landschaftsarchitekten gewonnen. Ihr Entwurf überzeugte die Preisrichter durch eine konsequente Abrundung der Altstadtbebauung und zwei Terrassen, die durch den Höhenunterschied zwischen Theater und Haus der Schifffahrt entstehen. Von ihnen aus führt eine Fußgängerbrücke in den Hafen.

Basis für die weitere Diskussion soll aber ein Neubau im Christinenhafen sein. „Wenn alles klappt, können wir 2017 den Grundstein legen und zum Stadtgeburtstag 2018 in jedem Fall Konturen erkennen“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Ein Gutachten aus dem Jahr 2011 beziffere die Kosten für einen Neubau im Stadthafen auf 44 Millionen Euro. Am Bussebart seien es 43 Millionen Euro. Methling stellt aber klar: „Der Rahmen, den wir gesetzt haben, beträgt 40 Millionen – und keinen Euro mehr.“ Wie viele Sparten das Theater am Ende haben werde, spiele für den Bau keine Rolle. Schließlich sollten die Vorstellungen – ob eingekauft oder in Eigenregie produziert – in jedem Fall alle Bereiche abdecken.

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