Rosinski verlässt Theater Rostock : Theater-Chef vor Absprung

Theater-Geschäftsführer Stefan Rosinski erwägt einen Wechsel nach Halle.
Theater-Geschäftsführer Stefan Rosinski erwägt einen Wechsel nach Halle.

Halle will Stefan Rosinski als Leiter seiner Bühnen. Kaufmann kritisiert Zusammenarbeit mit dem Rathaus

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25. November 2015, 19:54 Uhr

Er wollte die Zukunft des Rostocker Volkstheaters mitgestalten. Nun sieht Stefan Rosinski seine eigene berufliche Zukunft nicht mehr in der Hansestadt. Der Kaufmännische Geschäftsführer der kommunalen Bühne erwägt einen Wechsel zu den Bühnen Halle. Zwar ist der Vertrag bislang weder verhandelt noch unterzeichnet. Aber Rosinski ist der einzige Kandidat auf die attraktive Stelle.

Die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle ist, wie Rosinski sagt, etwa doppelt so groß wie das Volkstheater, arbeitet mit einem jährlichen Zuschuss von 30 Millionen Euro. Die Landesfinanzierung sei bis 2020 geregelt, das Theater erfahre Unterstützung von der Stadtverwaltung. „Etwas, das man sich eigentlich als Normalzustand wünscht“, so Rosinski. Er wäre der alleinige Leiter der Bühnen. „Ich glaube nicht, dass es noch ernsthafte Hindernisse gibt“, sagt der Kaufmann. Rostock würde Rosinski demnach im Sommer 2016 verlassen, sein Vertrag läuft dann aus.

Die Rathausspitze reagiert nüchtern auf den höchst wahrscheinlichen Weggang des Theater-Geschäftsführers. Ein persönliches Statement wollte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) laut seiner Presseabteilung gestern nicht abgeben. Über diese ließ er jedoch erklären: „Eine Geschäftsführeranstellung erfolgt grundsätzlich befristet, insofern sind gerade auch im Bereich Theater Veränderungen zum Ablauf einer Vertragslaufzeit nichts Überraschendes.“ Bezüglich einer Wiederbesetzung der Stelle würden die zuständigen Gremien beraten. Rosinski habe im Volkstheater „bereits Spuren hinterlassen“. Dies sei im Sinne von „hat etwas im Haus bewegt“ zu verstehen, erklärte Rathaus-Sprecher Ulrich Kunze auf Nachfrage.

Zu seinen Beweggründen erklärte Rosinski, er und Intendant Sewan Latchinian stünden gemeinsam vor einem großen Problem. Dies sei weniger die Umstrukturierung des Volkstheaters, als viel mehr der Weg dahin und die Moderation dieses politischen Vorgangs. „Das ist eine Katastrophe und der Hauptgrund dafür, warum ich mir das Angebot aus Halle intensiver angehört habe“, so der Noch-Theatergeschäftsführer. Obwohl Methling erklärt hatte, die Erstellung eines Zukunftskonzeptes für das Volkstheater in die Hände der Stadtverwaltung zu legen, habe er nicht das Gefühl, er und Latchinian seien entmachtet, sagt Rosinski. Aber: „Die Theaterleitung wird nicht in ausreichender Weise in Überlegungen und Gespräche zur Zukunft des Volkstheaters einbezogen.“ Sowohl die Zusammenarbeit als auch der Ton hätten sich in den vergangenen Monaten negativ entwickelt.

Sybille Bachmann, Mitglied im Aufsichtsrat des Volkstheaters, erklärte, Rosinskis Entscheidung sei bedauerlich, aber in Anbetracht der Rostocker Situation nachvollziehbar: „Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass er in der Verantwortung bleibt.

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