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24. November 2017 | 01:21 Uhr

Theater: Aus für Fusion

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2013 | 09:22 Uhr

Rostock | Das Land hat die Gespräche über eine mögliche Theaterfusion zwischen dem Rostocker Volkstheater und dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin für gescheitert erklärt - noch bevor sie überhaupt begonnen haben. Der Grund: Zusätzlich zur Prüfung einer Fusion beharrte Rostock gestern beim ersten Spitzengespräch im Ministerium auf einer Untersuchung der Variante "Eigenständigkeit und Kooperation". Diese wollten aber weder das Land noch die Stadt Schwerin mittragen.

"Ernüchternd und desillusionierend"

"Aus Sicht des Kultusministeriums ist die Schnittmenge zwischen Land, Schwerin und Rostock nicht groß genug, um eine Absichtserklärung mit drei Beteiligten zu verabschieden", sagte ein Ministeriumssprecher gestern nach dem Treffen des Staatssekretärs Sebastian Schröder (SPD) mit Vertretern beider Städte. Außerdem sei das Land nicht bereit, eine pauschale Zusage über Fördermittel für einen Theaterneubau zu geben. Das habe Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) aber gefordert, ohne im Gegenzug konkrete Pläne vorzuweisen.

Erst am Mittwoch hatte die Bürgerschaft beschlossen, dass eine Rostocker Delegation die Gespräche mit Schwerin und dem Land aufnehmen soll - und dabei auch die Rostocker Forderungen festgelegt.

Das Ergebnis des gestrigen Gesprächs und die Absage des Landes bezeichnet der Geschäftsführer des Volkstheaters, Stefan Rosinski, als ernüchternd und desillusionierend. "Nun wird klar, dass es nie um eine Prüfung verschiedener Modelle ging, sondern immer nur um eine Fusion mit dem Ziel, das Schweriner Theater finanziell zu sanieren." Rostock müsse nun allein einen Weg zur Zukunftssicherung seines Theaters finden.

Anders als bisher signalisierte das Kultusministerium aber gestern seine Bereitschaft, zukünftig einen eigenständigen Rostocker Weg zu respektieren. Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU), die ebenfalls an dem Gespräch teilgenommen hatte, bewertete das als positiv. "Entscheidend wird dabei aber die Finanzausstattung sein."

Anfang März hatte Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) damit gedroht, der Hansestadt die Landesmittel für das Volkstheater zu streichen, wenn sie nicht kooperiere. An der Rechtmäßigkeit dieser Methode hat es in Rostock seither immer wieder starke Zweifel gegeben.

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