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24. November 2017 | 12:17 Uhr

Tessiner ist "Spitzenvater des Jahres"

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 09:56 Uhr

Tessin | Das Bügelbrett steht neben dem Notenständer, auf dem Küchentisch liegen noch Krümel und die Tageszeitung. Es musste schnell gehen, wie jeden Morgen, denn die fünf noch im Haus lebenden Kinder sollen pünktlich in der Schule sein. Bis 21 Uhr, wenn der Nachwuchs im Bett ist, geht er weiter - der Kampf gegen die Uhr und die volle Aufgabenliste. Mittagessen zubereiten, Hilfe bei den Hausaufgaben, Fahrten zum Kieferorthopäden oder zur Chorprobe, Einkaufen, Hausarbeit und Gassi-Gänge mit dem Hund.

Was klingt wie der stressige Alltag einer Hausfrau und Mutter, ist das tägliche Pensum von Arne Gericke aus Tessin. Für diesen Einsatz wird das Oberhaupt einer neunköpfigen Familie heute in Berlin zum "Spitzenvater des Jahres 2012" gekürt.

Rententraum: Mit 18 Enkeln auf der Couch

Nicht nur Ehefrau Susanne und die vier leiblichen Kinder, Jürn-Jakob (21), Jonathan (20), Naemi (17) und Joseph (13), sind stolz auf ihren Mann und Vater. Auch die drei Pflegekinder der Familie, die Geschwister Florian (15), Lucas (12) und Jonas (10) Schirmacher, finden, dass er den Titel verdient.

Dass er mal Manager einer Großfamilie wird, war im Lebenslauf von Arne Gericke nicht unbedingt zu erahnen. Geboren in Hamburg, wuchs das Kind zweier Missionare in Papua-Neuguinea und im australischen Brisbane auf. Das Abitur legte der heute 48-Jährige in Hamburg ab, wo er auch eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann abschloss. Er ging in den Außendienst, baute einen Getränkegroßhandel in Tschechien mit auf. "Ich habe aber schnell gemerkt, dass das nicht meins ist, mir eher das Soziale liegt", sagt Gericke. Er wurde Heimleiter eines Seniorenzentrums.

1998 gab er die Festanstellung auf, arbeitete projektbezogen und ist seit 2005 als Trauerredner und Berater selbstständig. So ermöglichte Arne Gericke seiner Ehefrau, wieder voll in den Beruf als leitende Krankenschwester in der psychologischen Tagesklinik Rostock einzusteigen. Die Termine für seine aktuelle Tätigkeit legt er sich oft auf den Vormittag, wenn die Kinder in der Schule sind. Und ein Abend pro Woche, der Dienstag, gehört nur ihm und seiner Frau. Dann fahren beide zur Chorprobe in einen Nachbarort. "Während der Fahrt können wir dann besprechen, was so anliegt", sagt Gericke.

Was ihn am Vatersein begeistert: den Kindern Raum, aber vor allem Hilfestellung beim Erwachsenwerden zu geben. Deshalb freut er sich zwar riesig über seine heutige Auszeichnung, aber noch mehr darüber, dass sein ältester Sohn ihn mal als Vorbild bezeichnete. Wovon der Spitzenvater träumt: "Wenn ich alt bin, sitze ich mit meiner Frau auf einem großen Sofa vorm Kamin. Und um uns herum dann 18 Enkel."

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