Rostock : Terrorverdacht am Rande der Hanse Sail

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Foto: Stefan Tretropp

Anonymer Hinweis über etwaige Radikalisierungstendenzen: Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmt Wohnung in Rostock.

svz.de von
12. August 2016, 11:15 Uhr

Terrorverdacht nach einem anonymen Hinweis: Die Polizei hat gestern Morgen gegen 6 Uhr die Wohnung einer Asylbewerberin aus Tschetschenien  in der Rostocker Südstadt gestürmt.  Dabei kamen Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) des Landeskriminalamtes (LKA) zum Einsatz, wie LKA-Sprecher Michael Schuldt  bestätigte.

Grund der  Durchsuchung war ein anonymer Hinweis, wonach sich die 24-jährige Frau islamistisch radikalisiert haben soll und einen Anschlag plane.   „Im Ergebnis der Hinweisbewertung ließ sich die Vorbereitung von staatsgefährdenden Handlungen der Beschuldigten nicht ausschließen“, sagte LKA-Sprecher Schuldt. Nähere Angaben zu den Plänen machte er aus ermittlungstaktischen Gründen  aber nicht. Mit der Hanse Sail findet in Rostock derzeit eins der größten maritimen Volksfeste an der gesamten Ostsee statt. Rund eine Million Besucher wird erwartet. „Im Sinne einer schnellen Aufklärung der Lage war unverzügliches Handeln geboten“, so Schuldt.

Allerdings habe die Durchsuchung den Tatverdacht nicht erhärtet.  Es könne nicht ausgeschlossen werden,  dass in dem Hinweis bewusst falsche  Angaben gemacht wurden, um der Frau  zu schaden. Die Ermittlungen dauern an, hieß es. Gestern Nachmittag wurde die Beschuldigte  weiter vernommen.     „Ein Bezug zur derzeit in Rostock stattfindenden Hanse Sail bestand nicht“, teilten das LKA und die Rostocker Staatsanwaltschaft mit. Möglicherweise war ein anderer Ort des möglichen Anschlags genannt worden. Bestätigen wollte  das LKA diese Information nicht. Auswirkungen auf die  Hanse Sail hat die Durchsuchung laut Rostocker Polizei nicht. „Unser Sicherheitskonzept wird deshalb nicht verändert“, sagte Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Es war im Vorfeld der Veranstaltung ohnehin überarbeitet und verschärft worden.

Der Hinweis sei direkt beim   LKA eingegangen, sagte  Harald Nowack, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, am Nachmittag.   Bei der Durchsuchung hätten sich keine Anhaltspunkte für einen geplanten Anschlag ergeben – weder auf der Hanse Sail noch andernorts.

Oberstaatsanwalt Nowack sagte  weiter, dass kein Haftbefehl gegen die Frau beantragt wurde. Der Wahrheitsgehalt des anonymen Hinweises werde weiter geprüft.

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