zur Navigation springen

Nach dem Aus des HCC : Tennis-Spielern droht Wartestand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Es wird eng für Sportbegeisterte in Rostock, Alternativen sind nicht in Sicht, ein Hallenneubau wird gefordert

Ende April platzte die Bombe. Das Holiday City Center (HCC) in Schmarl wird zum 31. Mai geschlossen. Hunderte Sportler verlieren durch das Aus des beliebten Sport- und Freizeitzentrums ihr Trainingsareal. Noch viel schlimmer: 31 Angestellte, unter ihnen elf Auszubildende, stehen ab 1. Juni ohne Arbeit da.

Grund für die überraschende Schließung ist ein Urteil des Landgerichts Rostock, das den HCC-Geschäftsführer Oliver Nix zur Räumung des Areals zwingt. Der Richterspruch wurde seitens Nix’ mittels Revision angefochten, eine Zukunft bestünde laut ihm aber nicht. Bereits im Juni lässt Nix ausräumen.

Auch HCC-Besitzer Andreas Häse, Chef der Konzert- und Werbeagentur Nordstar, will sich nicht länger mit dem Sport- und Freizeitzentrum aufhalten. Der Verkauf ist bereits beschlossene Sache.

Wie geht es nun weiter? „Der große Knall kommt erst im Oktober“, sagt Stephan Beilke, Inhaber des Sportzentrums am Schwanenteich (SZS). Der Komplex in Reutershagen ist durch das Aus des HCC ab Oktober der einzige Anlaufpunkt für Tennisspieler in Rostock. Die Freiluftsaison kaschiere momentan die aufkeimenden Probleme der Tennisszene, berichtet der ehemalige Ringer. Wenn der Herbst naht, strömen Tausende auf die drei Plätze in der Kuphalstraße.

Der Tennis Club Blau-Weiß Rostock und der Hochschulsport der Universität werden die Halle am häufigsten nutzen. Spontane Besuche, so Beilke, „sind dann kaum noch möglich“. Alternativen seien rar gesät. Zwar ist der Sportpark Bargeshagen eine Option, doch auch dort stehen die Tennis-Plätze wegen zu geringer Nutzung bereits zum Verkauf. Ein Investor ist nicht in Sicht.

Auch Dörte Kniep, Vorsitzende des TC Blau-Weiß Rostock, sieht der Wintersaison skeptisch entgegen: „Zwar haben wir vom SZS Kapazitäten erhalten. Dennoch wird es für unsere 100 Kinder und Jugendlichen eng, von den Erwachsenen ganz zu schweigen.“ Andere Sporthallen seien laut Kniep nicht für Tennis geeignet oder durch Angebote der Ganztagsschulen belegt. „Wir haben bei der Stadt einen Neubau angeregt. Oder die Kommune erwirbt das HCC und vermietet die Flächen an die Vereine weiter. Aber das ist wohl Utopie“, meinte die Vorsitzende und fügt spöttisch an: „Zur Not gehen wir wie zu DDR-Zeiten im Winter im Wald laufen.“

Beilke fühlt sich angesichts des Niedergangs an die Zeit nach dem Mauerfall erinnert. Damals gab es in der Hansestadt eine ähnlich prekäre Situation. „Zurzeit lassen wir Wunschzettel ausfüllen, um die Zeiten gut zu koordinieren“, sagt der Hallenbetreiber, „aber im Juni oder Juli schicken wir die Tennis-Verträge für die Wintersaison raus“, so Beilke, für den die Absagen und Wartelisten ein untragbarer Zustand sind.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen