Betrugsversuch in Rostock : Taxifahrer bewahrt Rentnerin vor Betrug

Die Dunkelziffer bei Enkeltrick-Betrügereien ist hoch.
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Die Dunkelziffer bei Enkeltrick-Betrügereien ist hoch.

Vermeintlicher Anwalt fordert 78-Jährige auf, Geld in die Türkei zu überweisen. Dem Taxifahrer, der die Dame zur Sparkasse fahren sollte, kam das spanisch vor.

svz.de von
05. März 2016, 14:24 Uhr

Ein Taxifahrer hat in Rostock einen Telefonbetrug an einer Seniorin verhindert. Am Sonnabend gegen 9 Uhr erhielt eine 78-jährige Dame einen Anruf von einer vermeintlichen Anwaltskanzlei. Der männliche Anrufer gab sich als Mitarbeiter aus und sagte zur ihr, dass sie noch Spielschulden von einem Gewinnspiel habe. Außerdem müsse sie ihre Teilnahme an diesem Gewinnspiel noch kündigen. Um höhere Kosten zu vermeiden, sollte sie noch am selben Tag 1500 Euro überweisen. Sollte sie dieses nicht tun, so werde ein Gerichtsverfahren eingeleitet und sie müsse mit Kosten von mehr als 4000 Euro rechnen. Da die Dame nun sehr verängstigt war, war sie bereit, zunächst 1000 Euro zu begleichen. Sie ließ sich dazu mit einem Taxi zur Sparkasse fahren und hob das geforderte Geld ab. Als sie anschließend wieder zu Hause war, erhielt sie den angekündigten zweiten Anruf des Anwalts.

In diesem Gespräch forderte er die alte Dame auf, das Geld per Western Union in die Türkei zu transferieren. Dazu gab er ihr die Kontaktdaten des Empfängers durch. Als sie sich dazu mit einem Taxi zur Post fahren lassen wollte, kam das dem Taxifahrer verdächtig vor. Er ließ sich den Sachverhalt von der Geschädigten schildern. Da dieser einen Betrug vermutete, rief er mit seinem Handy die Nummer des vermeintlichen Anwalts an. Er sagte dem Anwalt, dass die Dame jetzt kein Geld überweisen und er die Polizei verständigen wird. Die Nummer des Anrufers hatte die Ländervorwahl der Türkei.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei appelliert, solchen oder ähnlichen Forderung nicht nachzugehen, ohne im Vorfeld eine Vertrauensperson hinzugezogen zu haben. Sollte es tatsächlich berechtigte Forderungen geben, so gäbe es eine schriftliche Kontaktaufnahme. Alles ander sei unseriös, erklärt die Polizei.

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