Tauziehen um Veranden geht weiter

<strong>Architekt Helmut Bach</strong> ist Sprecher der Bürgerinitiative: Am Strom verlangt die Stadt mit die höchsten Preise für Veranden.<foto>mapp</foto>
Architekt Helmut Bach ist Sprecher der Bürgerinitiative: Am Strom verlangt die Stadt mit die höchsten Preise für Veranden.mapp

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25. März 2013, 07:01 Uhr

Warnemünde | Es ist kein Jubiläum, auf das man stolz sein kann - das Tauziehen zwischen der Bürgerinitiative Warnemünder Verandenstreit und der Stadtverwaltung geht bereits ins zehnte Jahr. Sowohl bei Architekt Helmut Bach, Sprecher der Bürgerinitiative, als auch bei der Stadtverwaltung ist in dem Jahrzehnt die Anzahl der Aktenordner angewachsen. Neun dicke Ordner stehen in Bachs Büro.

Bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative ist die kurzzeitige Euphorie verflogen, die durch das Einschalten des Bürgerbeauftragten Matthias Crone (CDU) aufgekommen war. Der hatte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gebeten, auf den geforderten Preiskorridor der Warnemünder einzugehen. Der lehnt sich an aktuelle Grundstücksverkäufe der Stadt an, wo sich die Quadratmeterpreise zwischen 19 und 120 Euro bewegen. "Die Stadtverwaltung verlangt von uns allerdings Grundstückspreise zwischen 300 und 1500 Euro", sagt Bach. "Dabei handelt es sich um Verkehrsflächen und nicht um öffentliches Bauland", sagt er. Daraus ergeben sich Kaufpreis-Summen zwischen 5000 und 40 000 Euro.

"Es ist auch nicht so, dass die Verandenbesitzer gar nichts zahlen wollen, aber nicht in dieser Dimension", sagt Bach. Zwischen der Hansestadt und vier Verandenbesitzern laufen Gerichtsverfahren, die nächsten Termine werden auf den April verschoben. Die Beteiligten sind gespannt darauf, als bahnbrechende Entscheidung gilt das Schippmann-Urteil von 2004. Die Tatsache, dass selbst die unbebaute Grundstücksfläche für die Stadt keinen wirtschaftlichen Wert hat, ist mit in das Urteil eingeflossen. Auch deshalb, weil die Flächen für sich betrachtet, unbebaubar sind. Die Veranden sind denkmalgeschützt und prägen die Architektur des Seebades.

Für Oberbürgermeister Methling stellt sich die Lage anders dar: "Die Argumente und Vorschläge des Bürgerbeauftragten sind geprüft worden, lassen aber keine Annäherung unserer Rechtsstandpunkte zu", sagt er. Der Gutachter der Stadt ist nach wie vor der Ansicht, diese Teilflächen zu Baulandpreisen zu veräußern, weil sie mit Veranden bebaut sind. Strittig bleibt die Bemessungsgrundlage bei Kaufinteresse durch die Nutzer. "Dabei werden Lage und Nutzung der Veranden berücksichtigt", heißt es aus der Stadtverwaltung. In Bezug auf die Gerichtstermine rechnet sich die Stadt gute Chancen aus, mit ihren Zahlungsansprüchen durchzudringen. Die Mitglieder der Initiative hoffen dagegen, dass ihre Preisvorstellungen anerkannt werden.

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