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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 23:48 Uhr

Streit : Tauziehen um Rostocks Toiletten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadt und Tourismuszentrale planen neue Struktur. Zahlreiche Viertel sehen sich benachteiligt und fordern eigene Anlagen.

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 11:00 Uhr

Streit um Rostocks Toiletten: Tourismuszentrale, Amt für Umweltschutz und Hauptamt arbeiten derzeit an einer Neuordnung der mehr als 35 öffentlichen Anlagen im Stadtgebiet. Dabei wollen sie sich ausschließlich auf Warnemünde, Stadtmitte und Markgrafenheide konzentrieren. Die Anzahl werde sich nicht wesentlich ändern – vielmehr sollen sie dorthin verlagert werden, wo wirklich Bedarf bestehe. Alle anderen Stadtteile gehen leer aus.

Dagegen laufen die Betroffenen nun Sturm. Die Ortsbeiräte Hansaviertel, Gartenstadt, Reutershagen und Kröpeliner-Tor-Vorstadt wollen, dass ihre Viertel mit einbezogen werden, „dass der Bedarf zumindest erstmal geprüft wird“, sagt Anette Niemeyer (Aufbruch 09) vom Ortsbeirat KTV. Bei Dr. Andreas Neupert vom Amt für Umweltschutz finden sie offene Ohren, doch die Auswahl der Gebiete sei durchaus begründet, sagt er.

Keine der öffentlichen Toilettenanlagen in Rostock schreibe schwarze Zahlen. Sie kosten – für Reinigung, Kontrolle, Reparaturen. Deshalb konzentriere sich das Konzept bewusst auf die sehr stark frequentierten Gebiete und sehe etwa am Ulmenmarkt, wo die Toiletten nicht angenommen wurden, keine neue Anlage vor. „An Vandalismus und Einnahmen merken wir, dass Toiletten nicht mehr gebraucht werden“, sagt Neupert.

Diese Anlagen, wie die am Ulmenmarkt, deren abgerechneter Münzzähler für eine sehr geringe Benutzung spricht, werden abgebaut. Die anderen sollen modernisiert, neu gebaut oder komplett saniert werden. Sie sind mitunter 15 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den Standards, sagt Neupert. Schätzungsweise 3,8 Millionen Euro wird zwischen 2015 und 2022 kosten. Das Konzept regelt auch, wer die sanitären Einrichtungen bewirtschaften soll und in welchem Abstand sie in den drei stark frequentierten Gebieten entstehen sollen: im Kernbereich alle 250 Meter, auf Wanderwegen alle 500 Meter.

Derzeit kümmern sich das Amt für Umweltschutz um mehr als 20 Toiletten, die Tourismuszentrale um mehr als zehn und das Tief- und Hafenbauamt sowie der städtische Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt um je einem kleinen Teil der Anlagen. Die Arbeitsgruppe will, dass künftig die Tourismuszentrale die zentrale Bewirtschaftung und damit die Beauftragung von Reinigungsfirmen übernimmt. Frühestens im November soll eine Beschlussvorlage dazu in die Bürgerschaft.

An dem Konzept arbeiten die Tourismuszentrale, das Amt für Umweltschutz und das Hauptamt bereits seit Anfang des Jahres. Einen klassischen Auftrag dazu gab es nicht, sagt Neupert vom Amt für Umweltschutz, aber Regelungsbedarf. Die Sorge von einigen Bürgern, dass für Großveranstaltungen wie Sail oder Hansa-Spiele dann keine Toiletten da sind, kann er abfedern: Dafür sei der Veranstalter zuständig.

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