Warnemünde : Taucher schenken krebskranken Kindern Freude

Beim Ausflug zum Schnatermann übernimmt Bootsführer Ralf Lausch das Ruder der „Koralle“. Seine Passagiere sind Mathias Dörfler (hinten, v. l.), Michael, Marika und Elias Wolff, Katja Dörfler, Martina Gültzow mit Paul, Lenni, Juliane und Robert Stein mit Lia sowie Claudia Bonin (vorne, v. l.), Julian Nils, Sigrid Neumann, Sandra und Silke Strümper und Hans-Joachim Bonin vom TSW.
Beim Ausflug zum Schnatermann übernimmt Bootsführer Ralf Lausch das Ruder der „Koralle“. Seine Passagiere sind Mathias Dörfler (hinten, v. l.), Michael, Marika und Elias Wolff, Katja Dörfler, Martina Gültzow mit Paul, Lenni, Juliane und Robert Stein mit Lia sowie Claudia Bonin (vorne, v. l.), Julian Nils, Sigrid Neumann, Sandra und Silke Strümper und Hans-Joachim Bonin vom TSW.

Bei einer Bootsfahrt zum Schnatermann können die Betroffenen für ein paar Stunden abschalten und ihre Sorgen ausblenden

svz.de von
27. Juni 2016, 05:00 Uhr

Normalerweise gehören zum Alltag krebskranker Kinder und ihrer Eltern Sorgen, Ängste und Schmerzen durch die vielen Behandlungen und den unsicheren Ausgang der Therapie. Am Sonnabend konnte das alles für Stunden ausgeblendet werden: Zum wiederholten Mal hat der Tauchsportverein Warnemünde (TSW) betroffene Familien zur vergnüglichen Ausfahrt mit dem Tauchboot „Koralle“ von Warnemünde zum Schnatermann eingeladen. „Das machen wir, weil es uns Freude bereitet, helfen zu können“, begründet Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Bonin.

„Wir finden das toll“, bedankt sich Sozialarbeiterin Silke Strümper vom Verein zur Förderung krebskranker Kinder. Inzwischen fühlen sich viele aus dieser Schicksalsgemeinschaft wie eine Familie. Sigrid Neumann zum Beispiel ist oft dabei. Sie hat vor sechs Jahren ihren 17-jährigen Sohn Felix verloren. „Erst einmal bricht nach dem Tod eine Welt zusammen, es entsteht eine Lücke, von der man nicht weiß, wie sie je wieder gefüllt werden soll“, offenbart sie. In dieser Runde kann jeder die Gefühle, Ängste und Nöte des anderen nachvollziehen. Auch Michael und Marika Wolff geht es so. Sie sind mit Elias gekommen und haben vor zwei Jahren ihren Sohn Lukas verloren. „Hier kann man mal abschalten, freut sich an der Freude, die die Kinder beim Spielen erleben“, sagt Michael Wolff.

Zu den Dingen, die es für die Kinder gibt, gehören Mut-Perlen. Für jede Behandlung mit Spritzen, Chemotherapie, Bestrahlungen, Punktionen und anderem bekommen die Kinder eine spezielle Perle. Das ist für viele wie ein Behandlungs-Tagebuch der anderen Art. „Wenn man weiß, dass es Kinder gibt, deren Kette über sieben Meter lang ist, weiß man, was sie durchmachen“, sagt Sozialarbeiterin Strümper. Zum Gelingen des Ausfluges hat auch Daniela Duscha beigetragen, die mit ihren Pferden Rosalie und Raphael gekommen ist, damit die Kinder einmal reiten konnten.

Ein großes Vorhaben des Vereins ist der Neubau eines Hauses inklusive Vereinsräumen und Elternwohnungen. „Wenn man nicht aus Rostock kommt und für die Übernachtung im Zusammenhang mit der Behandlung Hotelzimmer buchen muss, geht das ins Geld“, sagt Matthias Dörfler. Deshalb freuen sich alle auf diesen Neubau im Dr.-Lorenz-Weg. Am kommenden Wochenende haben die Kinder wieder etwas sehr Schönes vor: Dann geht es auf einen Bauernhof nahe Tessin. Ablenken und Freude schenken ist eine hervorragende „Medizin“ im Kampf gegen die Krankheit.

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