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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 09:40 Uhr

Taucher räumen Meeresgrund auf

vom

svz.de von
erstellt am 30.Okt.2012 | 11:43 Uhr

Hohe Düne | Der Yachthafen Hohe Düne bietet eine maritime Kulisse. Hier wurde schon manches Urlaubsfoto vor dem Hintergrund einer Luxus-Yacht geschossen. Was viele nicht wissen: Der Meeresgrund im Hafenbecken ist voll von Zivilisationsmüll jeglicher Art.

Insbesondere chemisch belasteter Industrieschrott ist den Rostocker Tauchern ein Dorn im Auge. Kurzentschlossen nahmen jetzt Martin Flietel vom Dive-Center, fünf Taucher der Tauchbasis Hohe Düne und ehrenamtliche Helfer eine spontane Reinigung an drei besonders betroffenen Stegen im Yachthafen vor. Unterstützung fanden sie bei der Hafenmeisterei, die den geborgenen Müll entsorgte. Die Robbenforschungsstation - besorgt um die Gesundheit ihrer Seehunde - steuerte das Transportboot bei.

Tiere aus verrosteten Dosen gerettet

Während die Taucher in der neun Grad Celsius kalten Ostsee den Meeresboden leerräumten, untersuchte Flietel den größer werdenden Müllberg und befreite Krebse, Garnelen und kleine Fische aus verrosteten Bierdosen oder Champagner-Flaschen. Das Leergut sei das kleinere Übel, bei verrosteten Batterien sieht Flietel allerdings rot. Er ärgert sich über die Nachlässigkeit einiger Segler, die einfach alles über Bord werfen. Die gefundenen Exemplare zeigten schon erste Anzeichen der Durchrostung und waren im schlimmsten Fall bereits ausgelaufen. ,,Insbesondere an den Stegen G bis H und R, wo 40 der teuersten Charter-Yachten liegen, sieht es am schlimmsten aus", beschwert sich der Umwelt-Aktivist, der die internationale Tauchorganisation "Mission Deep Blue" unterstützt.

Währenddessen hat Haiko Paulmann nach einem 45-Minuten-Tauchgang das Wasser verlassen. Er wundert sich über die gefundenen Säcke, Flaschen, Verpackungen, Seile und Schnüre. Letztere sind eine ernsthafte Gefahr für die Kormorane, die sich leicht darin verfangen.

In einem sind sich die Taucher einig: Die Ostsee hat viel zu bieten und liegt ihnen am Herzen. Mit der ersten Aktion "Saubere Ostsee und Hafenbecken" erhoffen sich die Tauchfans mehr Akzeptanz und Respekt für das größte Ökosystem der Region.

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