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24. November 2017 | 19:50 Uhr

Tankstellen-Bau nur mit Auflagen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2012 | 07:11 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Wo früher das Klubhaus der Neptun-Werft gestanden hat, könnte bald eine Jet-Tankstelle gebaut werden. Der Antrag dazu läuft momentan. Im Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt fiel das Vorhaben an der Ecke Werftstraße und Neptunallee allerdings durch, "mit ganz unterschiedlichen Begründungen", wie die Vorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09) betont. Sie persönlich hält eine Tankstelle an diesem Punkt für schlichtweg überflüssig. Zumal nur eine Ausnahmeregelung im Bebauungsplan die Ansiedlung überhaupt möglich macht.

Denn eigentlich unterschreitet die Tankstelle die festgesetzte Mindesthöhe der Gebäude in dem Gebiet. "Und stadtplanerisch macht es Sinn, die Straßenkante mit einer gewissen Höhe zu bebauen, um die Wohnhäuser nach hinten raus vor Lärm zu schützen", sagt Niemeyer. Eine Tankstelle erzeuge hingegen eher noch mehr Lärm, was auch das Umweltamt auf den Plan ruft. "Zum Bauantrag wurde eine Schallimmissionsprognose vorgelegt", sagt Mitarbeiterin Gisela Neumann. Demnach würden die zulässigen Dezibel-Werte nachts überschritten. "Deshalb wurde von Seiten des Umweltamtes nur mit einer Nutzungszeitbeschränkung auf den Tageszeitraum zugestimmt", so Neumann. Zwischen 22 und 6 Uhr hingegen müssten die Tankstelle, ihr Shop und die ebenfalls geplante Waschstraße schließen.

Und es gibt eine weitere Einschränkung für den Betrieb. Die vorgesehene Verkehrsführung lässt nur zu, die Tankstelle als Rechtsabbieger anzusteuern und auch wieder zu verlassen. "Das war einigen Ortsbeiratsmitgliedern zu einschränkend", sagt Niemeyer. Sie selbst bezweifelt, dass der Betrieb der Zapfsäulen unter diesen Umständen rentabel sein kann, und plädiert dafür, wenigstens die aktuellen Verkehrsuntersuchungen zum Gebiet rund um das Werftdreieck abzuwarten. Letztendlich falle die Entscheidung über eine Baugenehmigung aber in der Verwaltung. "Wenn es dem Recht entspricht, darf der Investor bauen", sagt Niemeyer.

Das Vorhaben des Grundstückseigentümers, der Hamburg-Rostocker Investitionsgesellschaft (HRI), eine Tankstelle zu errichten, existiert bereits seit Langem. Die HRI hatte schon 1999 die etwa 120 000 Quadratmeter große Teilfläche gekauft. Damals stand dort noch das Klubhaus der Neptun-Werft, das allerdings im Mai 2001 bei einem Feuer komplett ausbrannte. Damit war eine Wiederbelebung des Hauses als Veranstaltungsort vom Tisch. 2007 wurde das Areal im Bebauungsplan als reines Gewerbegebiet ausgewiesen.

Zuletzt ließ die HRI das Gelände im Frühjahr vergangenen Jahres für den Bau der Tankstelle vorbereiten. Bei den Aushebungen für die vorgesehenen Treibstofftanks stießen die Arbeiter unter anderem auf einen etwa 100 Jahre alten Tunnel. Unter dem ehemaligen Klubhaus legten sie zudem einen Bunker frei. Mittlerweile steht dem Tankstellen-Bau aber nichts mehr im Wege.

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